Octapolis speaks - archiv

  
November 2oo8 - Jahresrückspiegel

Ende November, es schneit quer durch die Republik. Höchste Zeit für den alljährlichen Rückblick! Was hat sich getan beim Channel 666?

Nicht viel, so viel ist schon mal klar. Und das Ding mit der Weltwirtschaft geht auch nicht auf unsere Kappe. Was wird also nächstes Jahr passieren? Vermutlich nicht viel mehr, obwohl wir uns wieder große Dinge vorgenommen haben. Zum einen wird wohl oder übel das 2000. Testbier mit einer Kranzniederlegung am Grab des unbekannten Krippensetzers gebührend gefeiert werden. Außerdem werden die Herren der quasi Hauskapelle Gorf womöglich ihren ersten Klingelton komponieren um ins ganz große Geschäft einzusteigen. Des weiteren erscheint eventuell Paradroid´s semiautobiografischer Fotoband »Ich neben Frauen, die aussehen wie Fischers Joschka« (alternativer Titel: »Und sie tanzten wie Bobby Farrell«, mit Bildunterschriften des allseits geschätzten Jungautors Hans Uwe Meyer-Bug). Meine Wenigkeit wird sich nach dem Verzehr des anfangs erwähnten 2000. Bieres ein halbes Jahr in den sorbischen Untergrund verziehen, zu Reha- und Revolutionsvorbereitungszwecken.

Wie man also sieht, haben wir wieder eine Menge vor und wenn auch nicht ein Bruchteil davon gelingt, so können wir mit Fug und Recht Ende 2009 behaupten, nicht nachgelassen zu haben.

Angenehme Arschnachten, ihr Weinlöcher!

(Octapolis)


Juni 2oo8 - Daneben getippt und ausgetrunken

Nun habe ich es, glaube ich, geschafft, den bisher längsten Abstand zwischen zwei, an dieser Stelle erscheinenden, Beiträge zu schieben. Was soll´s! Die letzten Wochen floss sämtliche Schreibenergie in den Blog zum Eurovision Song Contest. Nun ist dieser erledigt, zur wiederholten Unzufriedenheit Deutschlands, dafür zur Freude unsere russischen Freunde.

Dabei waren meine Tipps, eigentlich wie fast immer völlig daneben. Auch habe ich für die bereits laufende EM eine Tippliste ausgefüllt. Dabei habe ich mich bemüht, entgegen der sonstigen Gewohnheit eher aus dem Bauch heraus zu entscheiden, möglichst objektiv, also so, wie ich die reellen Ergebnisse einschätze, zu tippen. Natürlich völlig daneben. Kann man ahnen, das sich die Franzosen nur ein null zu null gegen Rumänien abquälen und der stetige Favorit der Herzen, unsere holländischen Nachbarn, Italien dermaßen zeigt wo der Hammer hängt? In meinem Falle: Nein!

Wie auch immer, dafür hätte ich beim Buchmacher des Vertrauens sechs Richtige bezüglich der Dresdener Oberbürgermeisterwahl gehabt, die korrekte Reihenfolge in meinem Wahlbezirk, quasi als Zusatzzahl, eingeschlossen. Ist aber höchstwahrscheinlich auch kein Kunsstück.

Sonst gibt es momentan nichts, worüber es lohnen würde zu lamentieren, mal abgesehen von der anhaltenden Hitze. Bezüglich unseres kleinen Internetzauftrittes sei erwähnt, dass Kollege Paradroid spätestens zum 2000. Bier eine Komplettrenovierung aus dem Ärmel schütteln will. Da hat er ein gutes Zeitfenster, aber, da der Test momentan läuft, wie Jan Ullrich bergab, kann das schneller passieren, als man vermutet. Da wir schon beim Biertest sind, möchte ich noch ankündigen, dass in absehbarer Zeit noch ein paar Neuerungen stattfinden werden. So soll zum Beispiel eine Rubrik entstehen, wo es um Direktvergleiche ähnlicher Biere gehen soll. Das kann man sich so vorstellen, dass Biere wie Warsteiner, Krombacher, Bitburger & Co., also Biere, die man mit verbundenen Augen kaum unterscheiden kann, parallel verkostet und verglichen werden. Oder eine Weissbierattacke käme auch infrage. Auch Komplettsortimenttests soll es geben, nehmen wir mal an, wir testen das komplette Landskron-Sortiment neben- und hintereinander, mit mehreren Leuten, alle Bock- und Nebenprodukte eingeschlossen. Möge der Jogi uns die Kraft dazu verleihen! Momentan sind das noch grobe Pläne, wenn es konkret wird, dann erfahrt ihr es hier, oder in den BiertestNews.

So, nachdem ich schon 2 Stunden im Wasser lag und dabei mehrere Packungen Stieleis inhalierte, werde ich mich nach dem hochladen dieser Zeilen weitere 2 Stunden ins kühle Nass begeben um pünktlich 18 Uhr gut gekühlt das nächste Spiel zu sehen.

(octapolis)


November 2oo7 - PreAdvent 4.0 (Untertitel »In EPO veritas«)

Wie mittlerweile auch bei Google bekannt ist, wechselte unsere Seite aus technischen Gruenden (hat nichts mit dem demografischen Faktor zu tun!) den Rechnerschrank. Deswegen heisst sie nicht mehr channel666.com, sondern channel666.de, aber im Grunde, die Aufmerksamen haben es bemerkt, immer noch Channel666!

Just seit diesem Tage gibt es auch diverse Probleme mit dem Anzeigen korrekter Umlaute. Denen ergeht es bis zur (baldigen, Onkel P.?) Behebung des Problems ebenso dreckig, wie den Esszetts. Deswegen verzichte ich an dieser Stelle auf diese Urgesteine des deutschen Sprachraumes, schon um ein Mahnmal zu setzen. Am Ende vergisst man so was in oechzig Jahren waehrend einer Ueberlandfahrt.

Wie man auch schon im Laberbrett zu lesen bekam: Mitte November und es leuchten die ersten Schwibboegen. Jetzt heisst es schnell sein, den Anschluss nicht verpassen! Noch drei mal rumgedreht und die Bundesliga geht in die zweite Halbserie (garantierter Kennerbegriff, wie ich erfuhr). Dann hat man das Fest des Gluehweins verpasst, denn wer Mitte November nicht schmueckt, hat spaeter praktisch keine Zeit mehr, oder will man ernsthaft die moeglichen verkaufsoffenen Sonntage zugunsten der heimeligen Muggelichkeit aufopfern?

Da faellt mir noch zum Thema »Pygmaenen in den Pyrenaeen« Howard Carpendale ein, welcher wieder in den bestuhlten Hallen der Republik verkehrt. Nun koennte ich ja behaupten, nachzulesen in einem frueheren Beitrag unserer Rubrik »Hupe des Monats«: Ich habe es ja immer gewusst. Sage ich auch. Ich habe es schon immer gewusst! Aber aehnlich unserer Internetzpraesenz gilt auch hier die alte Binse vom Unkraut, welches nicht vergeht. Nur sehen wir besser aus.

Verpassen Sie deshalb auch nicht unseren Vierteiler (frei nach Dieter Wedel, aus aesthetischen Gruenden wird Veronica Ferres von Dirk Penkwitz dargestellt) »Rote Blutkoerperchen in gelben Trikots«, jeweils zu sehen an den Adventssonntagen, nach Ladenschluss.

(Octapolis)


August 2oo7 - Es ist Sommer, obwohl das Wetter nicht so toll ist, irgendwas geht immer...

Es mag mich auch täuschen, aber ich glaube das Sommerloch, besonders im Bezug auf unsere kleine Internetpräsenz, ist in diesem Jahr größer als sonst. Wenigstens das 1500. Bier konnte entkorkt werden. Sonst herrscht eine gewisse produktive Flaute, was aber nicht weiter schlimm ist, da wir hier bis zur Rente weiter machen; da kommt noch genug Mist zusammen.

In diesem Zusammenhang: Glückwunsch zum 1000. Demonstranten bei der Montagsdemo gegen den Bau der Waldschlösschenbrücke (oder war es am Ende für den Erhalt des Weltkulturerbetitels?)! Wird sicher spannend, wenn sich die Gegner des Fortschritts an die bald anrollenden Baumaschinen ketten und belgische Bauernlieder singen. Aber das ist das schöne an der Demokratie, jeder kann sagen, was er will, nur interessiert es keinen. War im Vorgängerstaat genau umgekehrt.

Während ich dies schreibe, bei einem Faulpelz wie mir dauert so etwas mehrere Tage, kam doch eine Pressemeldung, welche die Sage von der kleinen, niedlichen Hufeisennasenfledermaus berichtet. Dieses Purzel wohnt demnach an der Elbe, direkt auf der zu bebauenden Wiese, arg bedroht von Demonstranten und Brücke. Schnell bei Wikipedia nachgelesen, erfahren wir beim Schlagwort »Fledermäuse« etwas über den bevorzugten Lebensraum der Vampire von Dachstühlen und toten Gehölzen. Also flugs an die Elbe, tote Bäume und unsanierte Altbauten im Lebensraum der Waldschlösschenbrücke gezählt. Null, nichts, niemand. Ist vielleicht der großartigste Brückenbau aller Zeiten selbst vom Aussterben bedroht? Wie auch immer, darüber vermag diese kleine Internetseite freilich nicht urteilen, die Demokratie soll es wie immer richten...

Dann war diesen Sommer doch noch etwas los, was ein wenig über das Sommerloch hinweg trösten könnte. Die Tour de France (darf ich das am Stück schreiben, ohne für irgendwelche Handelsmarken zur Kasse gebeten zu werden?). Da hat sich mancher Witzbold schon über den (im Zweifelsfalle für den Angeklagten) lieben Jan Ullrich lustig gemacht und jetzt weiß der geneigte Klimawandelverhinderer (also der Radfahrer als solcher), dass er unter einer Decke mit kleinen Schummlern steckt. Skandal! Aber mal ehrlich, war das nicht schon länger offensichtlich und ohne die Akteure zu verteidigen, wenn der kleine Tagespressekonsument die Tragweite der Medikamentenvernaschung erst jetzt erfuhr, warum haben die Herren (gibt es da überhaupt Damen?) Funktionäre so spät reagiert? Aus Rücksicht auf das Dresdener Weltkulturerbe? Nun ist es futsch, also packt aus!

Allen miteinander wünsche ich einen dopingfreien Sommer, weicht auf euren Urlaubsfahrten Brücken aus, sie könnten noch nicht stehen!

(octapolis)


Mai 2007 - Resterampe

Verflucht noch mal! Da habe ich Grobian (wurde mir gesagt, dass ich einer sei) doch glatt die gute Hälfte unserer Theoretikerecke ins Nirwana befördert. Nur gut, dass nach durchsuchen von ungezählten CD-ROMs doch noch alles aufgetaucht ist. Was haben wir daraus gelernt? Sicherheitskopien sind die halbe Miete. Sagen auch 2% aller Plattenfirmen und 4% aller Filmstudios.

Jan Ullrich ist abgetreten. Was sagt man dazu. Asche auf meinen Schädel, auch ich machte mich gerne mal lustig über den dusseligen Jan. Aber, in Deutschland gilt der Mensch solange als unschuldig, bis ihm eine Schuld nachgewiesen wurde. Vielleicht geht der Jan deswegen gleich nach Österreich? Egal, ein peinliches Kapitel nachkriegsdeutscher Geschichte wird so geschlossen. Hofft der Ästhet in mir nur noch, dass Ulle uns mit seinem Antlitz für lange Zeiten verschont. Wegtreten!

Na, mal ehrlich, wer hat sich den ESC Vorentscheid angesehen? Der Rahmen ist peinlich genug, da ist der Moderator noch das geringste Übel. Ein paar drittligareife Patienten auf der Couch, von denen im Grunde überhaupt nichts wertvolles kommt und für den Zuschauer die Möglichkeit aus drei (3!) Interpreten auszuwählen. Bratwurst, Pommes oder doch lieber einen halben Brathahn? Nun ja, über die Qualität der Beiträge lässt sich trefflich streiten und aus Erfahrung enthalte ich mich jeglicher Prognose. Auf jeden Fall habe ich schon mehrere Leute mit Die-Welt-ist-Swing-Fahnen gesehen. Oder davon geträumt, ich weiß nicht mehr.

...hier ergab sich eine mehrmonatige Schreibpause...

Schon ist es Mai. Der ESC ist gelaufen, die Plätze (zu deutschen Ungunsten) vergeben. Dresden bekommt ein neues Stadion, demnächst, und eine neue Brücke, wer weiß schon wann... Spektakulär, was die Stadtführung zu diesen Themen so fabriziert. Man ist es als Sachse im allgemeinen und als Dresdener im besonderen ja gewohnt in einer der letzten Bastionen Europas zu leben, in denen Demokratie noch ordentlich mit Füßen getreten wird, aber diese Lächerlichkeiten sind ein wahres Kleinod politischen Entertainments. Man wird warten und sehen.

So, da die hier zu lesenden Zeilen eh nur gestückelte Reste vergangener Wochen sind, soll es hier auch enden. Wie schon so oft verspreche ich NICHT beim nächsten mal schneller und aktueller zu sein, es wird ja doch nichts.

Genießt das Wetter, wir haben nur dieses eine!

(octapolis)


Januar 2oo7 - Wetterlaunen, ein abgesägter Bayer und der NDR

Nun ist der erste Monat des neuen Jahres gleich schon wieder vorbei. Hat sich was geändert? Eigentlich nicht und das, obwohl die Bundesregierung, Frisurenproblemkanzlerin voran, den Aufschwung angeordnet hat. Trifft zu . Zumindest für die Temperaturen. Ich will endlich Schnee! Wie soll die Wirtschaft boomen, wenn keine Sau die Heizung aufdreht? Wie groß sind die Augen der Insekten, die sich bei diesem milden Klima bis zum nächsten Sommer prächtig weiter entwickeln? Wer da noch sagt: Mir doch egal!, der sollte sich mal überlegen, dass Wetter auch weltpolitischen Einfluss hat. Man male sich mal aus, des Führers Truppen hätten in Russland so ein Wetter gehabt! Wie auch immer, normal ist das hier nicht,

Da las ich gestern, dass unsere Lieblingsveranstaltung des Jahres, der Eurovision Song Contest dieses Jahr seitens der Schweiz um DJ Bobo angereichert wird. Sensationell, bald kann man wieder an jeder Ecke Leute sehen, die die berühmte Pray!-Pose machen, da kommt Freude auf. Über den deutschen Vorausscheid möchte ich erst wieder sprechen, wenn er als solcher zu erkennen ist, denn was die steinkohlealten Herren Funktionäre dem deutschen Publikum zumuten ist ungefähr so wertvoll, wie das, was einst aus Frank Rijkaards Mund in Rudi Völlers Haar wanderte.

Dann, fast wäre es mir entglitten, wäre auch noch zu erwähnen, dass die undankbaren Bastarde der CSU ihren, an Vatermord grenzenden Feldzug gegen Edmund Stoiber (Unwitz des letzten Jahres: Stoi, Bär!) gewonnen haben. Was soll schon sein, wenn man den Fuchs erschießt? Der nächste frisst die Gans ebenso. Aber dahinter steckt wohl tiefsinnigere bajuwarische Philosophie.

Während ich diese Zeilen tippe, ist es Dienstag geworden, genauer der 23. Januar 2006. Es ist kurz nach fünf Uhr früh und das Thermometer zeigt minus fünf Grad Celcius an. Außerdem gab es gestern eine Wetterlaune, bei der über einen Zeitraum von mindestens acht Minuten eine geringe Menge Schnee in die Landeshauptstadt fiel. Alles wird gut!

(Octapolis)


Dezember 2oo6 - Wieder ein Jahr weniger bis zur Rente

Nun ist das Jahr 2006 so gut wie vorbei. Was haben wir so erlebt?

Da fällt mir, nicht als wichtigster Punkt, viel mehr als einer, der am kürzesten zurückliegt, das Comeback des Axel Schulz ein. Potzblitz, was für ein sensationeller Kampf! Vor ein paar Monaten wurde er noch zur Hupe des Monats auf unserer Internetzpräsenz gekürt und ich wünschte ihm Schläge. Diese hat er dann auch ordentlich bekommen. Das qualifiziert mich quasi fast zum Boxpropheten und deshalb freuen wir uns doch gemeinsam schon auf den Krankenhausaufenthalt des Henry Maske nach dessen Comeback im nächsten Jahr. Die Eintrittskarten dafür kosten übrigens im Vorverkauf bis zum 31.12.2006 noch 3% weniger als an der Abendkasse, womit wir direkt bei der Mehrwertsteuer wären. Mancher regt sich vielleicht drüber auf, aber die Regierung hat verkündet, wenn die Reform greift, geht´s aufwärts! Ja, Reform nennt man so was. Steuererhöhung wäre falsch, denn schließlich kommt es ja allen zu gute. Weniger Arbeitslose, höhere Nettolöhne, Sonnenscheinjahr 2007, sagt die Regierung. Wer gerät da schon ins pessimistisch werden?

Was war noch... die WM war! Deutschland quasi fast Zweiter und dazu 4 Wochen Kaiserwetter. Kaiserwetter könnte man im Zusammenhang mit Fußball stets als gelungenes Wortspiel verkaufen.

Uns selber betreffend können wir getrost feststellen, dass wir wieder nicht die Hälfte von dem geschafft haben, was wir uns Anfang 2006 vornahmen. Okay, der Bierzähler schippert so vor sich hin, auch zweieinhalb Lieder (ab nächstem Jahr Songs) wurden aufgenommen. Na ja, so kennen wir uns selber, deswegen werden wir für 2007 die Pläne völlig runterschrauben und uns im nächsten Jahresrückblick damit brüsten können, wie sehr wir doch die gesteckten Ziele übertrumpfen konnten.

Sekt eingegossen, Tischfeuerwerk gezündet! Die Pfefferkuchenzeit ist gleich rum, ich glaube der Supermarkt des Vertrauens bietet schon Schokoladenosterhasen an. Guten Rutsch, allerseits! Sahen wir wieder gut aus...

(Octapolis)


November 2oo6 - Literarisches zur Weihnachtszeit

Nanu, jetzt schon der weihnachtliche Literaturexkurs? Wir haben doch gerade das erste Novemberdrittel hinter uns... Egal, in den umliegenden Supermärkten weihnachtet es bereits, als ich noch in Badehose tragend Cocktails schlürfte. Deswegen, jetzt oder nie! Wie jedes Jahr, wenn es kälter wird, bringen wir an dieser Stelle gerne etwas weniger politisches oder alltägliches, vielmehr etwas märchenhaftes, anheimelndes, wie auch immer. Da die Fortsetzung der Geschichte um Ritter Hupe noch nicht mal in Arbeit ist, freue ich mich heute, wenn auch nur einen kleinen Auszug, aus Hans Uwe Meyer-Bug´s zweiteiligem Zyklus »Leonora und der Kolibri« präsentieren zu dürfen.


»Geh noch nicht!« sagte Leonora zu Feldmarschall Kolibri. Dieser hielt einen Moment inne. Wie schön sie doch war! Doch hatten die Medikamente Nebenwirkungen? Oder waren ihm beim kennen lernen, damals, vor drei Jahren in Neapel, ihre Kotletten nicht aufgefallen? Nun lag sie da und bat ihn zu bleiben. Ausgerechnet jetzt!

Die Mutter schrieb letzte Woche einen Brief. Er hätte ihn lesen sollen. Stattdessen betrank er sich fürchterlich und sinnlos mit deutschen Soldaten und warf die Zeilen seiner eigenen Mutter in den Kamin. Nun auch noch Leonora. Soll ein Mann in solchen Momenten ein Mann sein? Wann ist er ein Mann? Wenn er Mensch ist? Wenn Soldaten Männer sind, Männer, die saufen und grölen, sind sie dann Menschen? Er sank in der Ecke des Zimmers zusammen. Zwei Stunden lang.

»Tut mir leid...« brachte er mehr geflüstert als gesprochen über die Lippen, welche darauf hin zu Leonoras fiebrig heißer Stirn glitten um ihr einen letzten Kuss, ein au revoir zu geben.

Zwei Wochen später war er tot. Erschossen. Leonora starb, mittlerweile schwer von Syphilis gezeichnet, 1679 nahe Suhl, auf das Zischen der Guillotine wartend an einer Lungenentzündung.


So, meine Lieben! Da haben wir es. Nicht jede Geschichte endet happy, wir sind hier nicht in Hollywood, my dear. Wenn ihr also die Adventskerzen anzündet, dann vielleicht auch eine für Leonora. Es geht einem doch automatisch besser, wenn es anderen beschissener geht. Frohe Weihnachtszeit!

(octapolis)


September 2oo6 - Nach dem Sommerloch

Umhimmelswillen! Da stelle ich gerade fest, das der letzte wirkliche Eintrag in dieser Rubrik schon wieder sehr stark gealtert ist. Okay, da schreibe ich also wieder mal was, nur was, das Sommerloch war so lang und so intensiv wie lange nicht.

Auf unserer Seite hat sich nicht all zu viel getan. Der Bierzähler knattert mit der gewohnten Kontinuität vor sich hin, wir hatten einen Mörderzuwachs aus der Schweiz und aus Polen. Aus Deutschland sowieso. Weil ich gerade Deutschland erwähne, die WM war echt eine Pracht. Vier Wochen lang wurden alle nervigen Miesepeter dieses Landes locker von der dauerfeiernden und freudentaumelnden absoluten Mehrheit übertönt. Dazu einen Monat lang Sonnenschein und Affenhitze und hinter dem Rücken der Feiernden ein paar nächtlich herbeigezauberte Steuererhöhungen und andere fragwürdige Gesetzesänderungen seitens unserer großen Koalition – da macht das Leben Spaß. Muss ich eigentlich das G bei großer Koalition groß, also Große Koalition schreiben? Ich meine das ist doch schon fast ein eingetragenes Warenzeichen, wenn nicht wenigstens ein in Beton gemeißelter Eigenname. Wenn das jemand genauer weiß freue ich mich über jeden Hinweis.

Und weil es gerade politisch ist, wer hat denn da unseren Oberbürgermeister vor den Kadi gezerrt, hä? Wir sind jung und wild, wir brauchen doch einen, der das Schiff steuert, auf dem wir durch die Verwirbelungen des Lebensflusses treiben. Wenn man uns den weg nimmt, was soll da aus uns werden? Und wer baut unsere Brücke, unser Stadion, eine neue Straße vor mein Haus? Da fühlt man sich als junger Mensch doch etwas orientierungslos. Aber das Urteil sprechen gut bezahlte Götter, im Namen des Volkes versteht sich.

Volk, ein tolles Wort, eine Liane quasi, an der ich mich zum nächsten Thema schwingen kann. Gibt es eigentlich noch eine Montagsdemo gegen alles, oder wurde die während der warmen Jahreszeit eingestampft? Ich meine, wenn es zu warm zum demonstrieren ist, warum springen dann nicht mal alle Arbeitslosen und anderweitig Angeschissenen Dresdens in die Elbe und halten die Luft an, nach dem Motto: Hallelujah, wir saufen ab? Würde zumindest die Lokalpresse freuen.

Bleibt nur noch eine Frage: Warum nicht?

(octapolis)


August 2oo6 - Weltmeisterschaftsnachhusten

So, jetzt mache ich mir´s mal einfach. Anstatt bei dieser Scheißhitze noch groß zu tippen, klemme ich einfach die Zeilen aus dem WMblog des DRESDNER Kulturmagazins, welche ich während der WM niederschrieb in diese Rubrik. Nur so, um mich nicht weiter zu belasten und vielleicht will der eine oder andere das Turnier ja noch mal Revue passieren lassen. So denn, viel Spaß damit, beim nächsten mal gibt es dann wieder was ohne Fußball, vewrsprochen!

- 13. Juni 2006
- Was haben wir nicht schon gelitten...

Weltkriege, 40 Jahre DDR, Hartz IV und nun noch Klinsmann als Bundestrainer. Aber immerhin im eigenen Land, dem Kaiser sei´s gedankt. Nun hat man zur Eröffnung gegen Costa Rica gezeigt, dass man trotz desolater Abwehr gewinnen kann. Ist ja auch nicht gerade die Todesgruppe...

A propos, ich weiß nicht, ob es war ist, aber man munkelt, dass unsere Gruppenfreunde Polen auf ein altes, schlesisches Rezept schwören. Man nennt es „Polnischer Schneesturm“, es wird aus Wodka und Fleischsalat zu gleichen Teilen gemixt. Aber, wie gesagt, es ist nur ein Gerücht und vielleicht eine Ausrede für die am Mittwoch kommende Niederlage gegen Klinsis Jungens. Aber ich schweife ab.

Was gab es noch? Ja, natürlich Trinidad und Tobago! Sensationell, Respekt! Man schießt zwar kein Tor, ist aber dennoch Gewinner. Einer meiner Freunde, original 1,90m groß und neuerdings im Schweden Shirt unterwegs, hat sich während des Spiels gegen die Karibikkicker auf nachgemessene 1,78m runtergeärgert. Dem Rest der Runde gefiel´s.

Zu guter letzt haben die Tschechen den Amis endlich mal gezeigt, wo der Hammer hängt. Budweiser Budvar vs. Anheuser Busch Budweiser. Der Direktvergleich beider Biere hätte kein anderes Ergebnis zugelassen. In diesem Sinne, Prost, gleich spielt Brasilien, ich bin weg.


- 14. Juni 2006
- Heißt es nicht DIE Samba?

Wie der Kollege schon anmerkte kann Brasilien wohl nerven. Schweinchen Dick stolpert im Ronaldo-Trikot über die Wiese und der Confedcuphoffnungsträger (tolles Wort!) Adriano bekommt auch nichts gebacken. Nicht dass die Jungs keine Reserven hätten, wäre das Gegentor gekommen hätten sie wohl noch eines drauf gelegt, aber trotzdem, toll war das nicht. Wenigstens meine weibliche Mitzuseherin hat's gefreut, aber mehr weil der Ronaldinho soooo süß lächelt. Kann man sich streiten... Aber Ball hin, Brasilien her, ich wage die Prognose: Weltmeister werden die nicht. Basta!


- 15. Juni 2006
- Polska kaputt

Nun ja, war ja nicht gerade die Offenbarung, der gestrige Fußballtag. Okay, Spanien mit 4 Toren, aber ab da ging es abwärts. Einige Zeit des Spieles Tunesien gegen Saudi Arabien sah ich beim Dönerhändler des Vertrauens, der glaube ich, für Tunesien war. Abgesehen von einer sehenswerten Schlussoffensive: ein laaangweiliges Spiel.

Doch dann, Gude Klinsi & The Boys! Bombenstimmung (darf man „Bomben“ sagen, wenn´s gegen Polen geht und wer singt da „Blitzkrieg Bop“?) im Stadion und unser Görlitzer Miesepeter ist auch genesen. Vielleicht ist Ballack gar mit Miro Klose im Bastkörbchen die Neiße runtergespült worden, damals, 1989? Übrigens, wenn ich schon abschweife, dann möchte ich noch erwähnen, dass mir dieses ewige „der Ballack ist einer von uns...“, „der kommt nämlich aus Görlitz...“, „ist auch ein Sachse...“, „der hat mal bei Chemnitz gespielt...“ und so weiter tierisch auf den Keks geht. Er spielt sicher gepflegt, aber nicht wegen seiner Herkunft, sondern weil er´s kann. Aber egal.

Was soll man sagen, zum Schluss taten mir die Polen fast schon wieder leid. Stemmen sich zu zehnt gegen teutonischen Dauerbeschuss, und kassieren in der Nachspielzeit von einem, der nicht größer ist als Peter Maffay, quasi die vorgedruckte Heimfahrkarte. Aber mal ehrlich – wird es in der nächsten Runde (Ecuador jetzt mal außer Acht gelassen) reichen, wenn wir so spielen? Irgendwie wird einem da anders.


- 15. Juni 2006
- Schade Trinidad!

Schade Tobago! Doofe Briten!


- 17. Juni 2006
- Ruud und ich

Mexiko erreicht gegen Angola ein torloses Remis. Damit sind die Sombreros ihrer zugesprochenen Favoritenrolle überhaupt nicht gerecht geworden. Das Spiel war nur noch ein Witz, man spricht quasi vom Schwedenvirus.

Dafür hat sich Holland wacker geschlagen. Früher, im Kindergarten zum Beispiel, kamen blöde Sprüche, weil ich eine Brille tragen musste. Heute trage ich sie immer noch und immer noch werden derbste Scherze über mich gerissen, allerdings weil ich die Niederlande für befähigt halte, bei diesem Turnier was zu reißen. Da sag ich noch zum van Nistelrooy: „Ruud...“, sag ich, „Ruud, machen rein!“. Macht er.

Dann war da noch diese böse Klatsche der Gauchos, Sechs Tore, Respekt, so spielt man Fussball. Zumindest gegen schwache Gegner. Natürlich sehen jetzt schon viele Argentinien als Weltmeisterfavoriten, aber täuscht dieser Sieg nicht etwas? Schon mancher trank sechs Bier und musste dann vor dem finalen Schnaps doch noch kotzen. Na ja, wir werden sehen. Fakt ist, dass solche Spiele gut für Publikum sind, was ja schließlich wichtig ist.


- 20. Juni 2006
- Adieu les baguettes! (zu deutsch „Finale, oho!“)

Hat sich bestimmt mancher gedacht. Unser atomtestendes Nachbarland langweilt den geneigten Fernzuseher zutiefst. Ein ganzes Tor in zwei Spielen. Erst ein torloses Unentschieden gegen „Angstgegner“ Schweiz und nun noch ein eins zu eins gegen Südkorea. Menschenskinder, da spielen tatsächlich solche hochbezahlten Weltstars wie Henry, Zidane und wie sie alle heißen. Ich persönlich will diese Schleudertruppe gar nicht noch mal spielen sehen, schon gleich gar nicht im Achtelfinale. Was auch noch positiv auffiel waren die südkoreanischen Fans. Trotz eines Rückstandes, welcher immerhin eine gute Stunde Bestand hatte wurde gesungen getrommelt und gejubelt als läge man haushoch in Führung. So was ist gut, so was kann eine Weltmeisterschaft (Muss ich „FIFA“ davor schreiben? Aber ich glaube, da „eine“ und nicht „die“ davorsteht, geht´s auch ohne...) jederzeit gut gebrauchen, also bleibt noch ein Weilchen!

Jetzt ist es 18.02 Uhr, Deutschland hat gerade fertig. Drei Tore gegen überhaupt nicht mitspielende Ecuadorianer, war nett aber seltsam. Auch wenn die Südamerikaner schon als Achtelfinalteilnehmer fest stehen, man hätte es trotzdem mal mit Fußball versuchen können. Da machte Lehmann, wahrscheinlich sogar aus Langeweile, in der 65. Minute mal eine Showrolle, weil er der Meinung war die Chance , gerade mal im Bild zu sein, nutzen zu müssen. Nun gut, war eine gute Mannschaft heute, Ballack gut, Klose bombig, Asa kontrastreich, Poldi trifft auch mal wieder, aber für mich war Schneider wieder mal der beste Mann auf dem Feld. Ball links, Bernd hinterher, Ball rechts, Bernd schon da, Fast wie bei der Kindergeschichte von Hase und Igel.

Im Wohnhaus gegenüber wird auf dem schwarzrotgoldverzierten Balkon getrötet. Auch Gesänge, welche eine Finalteilnahme propagieren sind zu hören. Man ruft „Schland!“ und trinkt Getränke - Prost, Jungs!


- 22. Juni 2006
- There is Becherovka in the jar…

Was war das langwierig gestern. Holland quält sich gegen Argentinien oder meinetwegen auch umgekehrt. Aber wie ich letztens schon erwähnte sah man doch deutlich, dass die hochgelobten Argentinier nicht so hoch einzustufen sind, wie man anfangs vielerorts glaubte. Mal ehrlich, obwohl ich den Holländern immer noch die Daumen drücke, überragend war deren Leistung gestern gewiss nicht. Aber wenn die Argentinier dann noch nicht mal zu einem einzigen Törchen gegen schwächelnde Oranjes in der Lage sind, dann adios Amigos.

Tschechien ist draußen, schade für unser benachbartes Knödelkommando. Hat halt nicht sollen sein (welch Erkenntnis).

Momentan kicken gerade Brasilien und Japan. Sehenswert. Japan geht nach einigen pfeilschnellen Kontern gar in Führung und Ronaldo gleicht in der 44. Minute per Kopfball aus und straft Lästermäuler (auch mich, hehe). Werden mal sehen, was da noch geht in der zweiten halbzeit. Ich vermute, jetzt gibt es noch ein paar Kunststückchen zu bestaunen und bestimmt noch ein oder zwei brasilianische Tore. Parallel rackern sich Kroatien und Australien ab, es bleibt spannend.


- 25. Juni 2006
- Mexiko wird nicht Weltmeister

Das weiß man seit gestern. Dafür treffen Diego´s Erben im Viertelfinale auf unsere Truppenteile und dann wir der Sieger wohl nicht Argentinien heißen. Aber man wird sehen.

Was war noch? Ach ja, Frankreich! Da mogeln sie sich mit letzter Kraft gegen Togo zum Turnierverbleib. Frankreich gewinnt knapp gegen Togo, das ist doch das selbe, wie wenn ich einem 11jährigen Prügel anbiete und mich dabei auch noch stark fühle. Die machen es nicht mehr lange.

Aber eh ich mich mit mutigen Prognosen um Kopf und Kragen rede, lass ich´s lieber für heute.


- 26. Juni 2006
- Aua!

Doppel Aua! War das eine Seuche gestern, man könnte sich glatt abgewöhnen WM zu sein. Es gab zwar in der Vorrunde auch den ein oder anderen Langweiler, aber England und Ecuador, das war das perfekte Gute Nacht-Lied. Wesentlich spektakulärer, wenn auch von der traurigen Sorte war das Abend Spiel. Ein völlig überforderter Schiedsrichter verliert die Kontrolle, schmeißt mit unzählbaren gelben Karten um sich, stellt pro Mannschaft 2 Leute vom Platz, das hat man nicht alle Tage. Schade nur, dass Holland nicht noch ein Tor gegen Ohrfeigen-Figo und seine Band erzielen konnte. So fahren sie heim. Mein WM-Tipp ist geplatzt. Die Campingplätze werden verwaisen und wenn man ganz doll die Luft anhält, kann man am Horizont ihre Holzpantoffeln klappern hören...

Ich schweife ab. Was noch zu sagen wäre: Hoffentlich gibt es heute so etwas wie gepflegten Fußball für das genervte Ästhetenauge. Die Klinsmänner haben ja gezeigt, das eine Achtelfinalbegegnung durchaus ansehnlich sein kann.


- 27. Juni 2006
- Schön, wenn man seinen eigenen Schiri dabei hat.

Was für ein Drama für die Schweiz! Mit einer Zunulltorbilanz fahren sie nach Hause. Ich kann mich aber auch nicht erinnern, dass schon mal drei Elfmeter hintereinander verschossen wurden. Nun sehen wir wenigstens die Ukraine noch mal. Ich hoffe, die zeigen den Italienern im Viertelfinale den Heimweg, denn diese haben sich ja wohl durchgemogelt. Je öfter ich die Zeitlupe zum entscheidenden „Foul“ ansah um so schlechter fand ich die darauf folgende Strafstoßentscheidung. Klar lag der Australier und der Italiener ist nicht blöd und springt drüber, vielleicht wäre man selbst auch lieber gefallen, aber dem Spiel hätte die Verlängerung besser getan. Da neigt man schnell zum zynischen Schiedsrichterwitz, oder Herr Collina! Aber lassen wir das.

Leider werden wir uns heute noch von Ghana verabschieden und ich hoffe auch endlich von Frankreich!


- 28. Juni 2006
- So kann man sich irren...

Nanu? Auf einmal entdecken die Franzosen doch noch den Fußball für sich. Nun werden sie eben gegen Brasilien verlieren. Diese konnten sich, wahrscheinlich ohne großartig zu schwitzen, 3:0 gegen Ghana durchsetzen. Schade für die Ghanaer, aber trotz aller Bemühungen und doch einiger recht sehenswerter Chancen gar kein Tor zu schießen, ist einfach zu wenig wenn man einer Übermacht wie Brasilien gegenüber steht. Kommentar von Marcel Reif: „Es ist schon beinahe putzig.“. Recht hat er, was jetzt nicht großkotzig klingen soll, aber da sieht man einen krassen Klassenunterschied.

Ganz toll war auch noch das Gewitter zwischendurch, die ARD fiel ganz aus, da hat sich wenigstens mal das SuperSommerWMPremierSonderangebot bezahlt gemacht. Nun hab ich aber noch ein Problem: Seit diesem Gewitter hat der halbe Block kein Telefonnetz mehr, weswegen ich wohl die Wohnung verlassen muss und meinen Text von woanders ins Netz bugsieren werde und das an meinem spielfreien Tag...


- 01. Juli 2006
- Jenslehmanfußballgott

Meine Fresse, war das eine Aufregung! Zwei wirklich ebenbürtige Mannschaften trennen sich im Elfmeterschiessen und zum Schluss gewinnt Deutschland. Den lieben Pekerman werden sie mit Häme überziehen, wenn nicht gar mit Teer und Federn. Nimmt Riquelme raus, bringt Messi gar nicht und warum? Meiner bescheidenen Meinung nach hat er nicht mehr mit einem deutschen Gegentor gerechnet, was man dann wohl mangelnden Respekt vorm Gegner nennt. So was rächt sich. Das einzig bittere war aus meiner Sicht, dass wir einen Weltklassetorhüter im Tor hatten (und immer noch haben) und die Argentinier mit einem im Vergleich unerfahreneren Auswechselmann zum entscheidenden Elfmeterschützenfest antreten mussten. Aber unterm Strich war Lehmann wirklich jedes mal in der richtigen Ecke und wenn dann luschig bis großkotzig geschossen wird, das hält der Jens. Ich musste mir zwischendurch erst mal einen Wodka genehmigen, so was macht mein junges, aber strapaziertes Herz sonst nicht mehr mit.

Ansonsten bot der Fußballtag keine großen Überraschungen oder Neuerkenntnisse. Italien profiliert sich, wie gewohnt, gegen deutlich schwächere Gegner. Gegen die Ukraine hätte selbst die Ukraine selber gewonnen. Oder so.

Noch am Rande: Manchmal fragt man sich, wie schmal der Grat zwischen kollektivem Freudentaumel und Ballermannmentalität sein kann. Da spielen sich Szenen unter erwachsenen Menschen ab, das kennt man nur aus Filmen oder Überlieferungen, als der Großvater mit der flotten Biene (später die Oma) 1942 auf dem Oktoberfest...aber lassen wir das.

PS: Marcelreifreportergott


- 01. Juli 2006
- Meine Nerven!

Sitze gerade kabellos online vor einer Leinwand und es sind knapp 80 Minuten gespielt. Frankreich führt 1:0. Ausgerechnet Henry, bei dem man sich schon fragte, ob er im Abseits nicht schon Parkgebühren entrichten muß. Die Seleção enttäuscht mit Großkotzigkeit und Einfallslosigkeit. Die Franzosen spielen tatsächlich Fußball. "Sie spielen Fußball." Dass ausgerechnet ich noch mal so was schreibe...

81:35 und immer noch 1:0

...nach dem Spiel...

Es hat gereicht für Frankreich und mir gezeigt, dass ich wahrscheinlich nicht der Mann bin, der Prognosen machen sollte bzw. dass ich wohl doch keine Ahnung vom Fußball habe. Wie auch immer, das gebe ich zu: DAS war genau das, was beide Seiten verdient haben. Darauf trinke ich einen Beaujolais mit Jeanette, esse ein Baguette mit Camembert in meinem Renault...


- 03. Juli 2006
- Spielfrei – was nun?

Schon wieder ein spielfreier Tag, was macht man da so? Gute Gelegenheit selbst mal an den Ball zu treten, denn man kann zum einen endlich mal die Sachen vorführen, die man sich bei Klose und Konsorten abgeguckt hat und zum anderen merkt man mal wieder, dass es doch nicht so einfach ist, wie es vorm Fernseher aussieht.

Aber es geht auch ohne Sport. Mancher hat die Mutti vielleicht seit Anfang des Turniers nicht mehr besucht und hat es noch nicht mal bemerkt. Gute Gelegenheit. Oder man füttert am nächst gelegenen Teich Enten. Frankreich zu Ehren kann man sich auch mit preiswertem französischem Landwein zwei Tage lang besaufen und hoffen, dass man es punktgenau schafft, zum Halbfinale wieder klar zu sein. Es gibt der Möglichkeiten viele.

Nur noch einmal aufstehen...


- 05. Juli 2006
- Willste noch nen Kräuterlikör?

Das fragte mein Schwager während der Nachspielzeit und zum Dank für selbigen möchte ich ihn hier erwähnen. Dafür muss ja wohl noch Platz sein im weltweiten Netz. Geschmeckt hat der Likör, mir vielleicht geholfen, der deutschen Nationalelf aber nicht.
Bis zum bitteren Ende haben sie gekämpft, unsere Jungs. Italien aber eben auch und so kam es, wie kommen musste. Italien, auf die wohl kaum einer gewettet hat steht nun im Finale, vielleicht sogar gegen Frankreich, auf die ich so geschimpft habe. Mancher mag denken, diese undankbaren Gäste laden wir nie wieder ein, aber da haben wir die Gelegenheit (als Nation und auch jeder für sich, gern in kleineren Grüppchen, oder mit dem Schwager) zu sagen: „Wir sind tolerant und sagen JA! zu Europa.“

Vielleicht klappt es ja in vier Jahren. Oder in zwanzig, mit Klose als Trainer, wer weiß das schon.


- 06. Juli 2006
- Heute Abend soll es Gewitter geben!

So, noch zwei Spiele, dann ist der Spuk vorbei. Es kann auch eine arglistige Täuschung meines erhitzten Gehirns durch mein trübes Augenlicht sein, aber ich glaube, die Dichte an Deutschland-Fähnchen an Kraftfahrzeugen hat abgenommen. Muss man auch nicht nach außen zeigen, wenn man schon stolzer Träger einer Asamoahtätowierung ist. Warum Asamoah? Der Überleitung wegen! Es fiel mir verstärkt auf, dass während der Spielübertragungen ausgerechnet sich die Leute völlig vergessen, die sonst wegen jeder kleinsten politisch Unkorrektheit die Nase rümpfen. Was man da nicht alles hört: Kokosnuss, Bananenpflücker, Waldmensch oder maximalpigmentierter Sportsfreund. Interessant, wie sich die Leute für 90 Minuten verändern können, oder sind sie zwischen den Spielen verändert und zeigen während der Partien ihr wahres Naturell?
Wer weiß das schon? Ich nicht. Bin ja kein Soziologiestudent.

Freuen wir uns also auf das Spiel um Platz 3 und auf ein tolles Finale und hoffen darauf, noch ein paar Tore zu sehen.


- 10. Juli 2006
- Game over!

Das war´s, Schicht im Schacht, Ende im Gelände, Schluss im Bus. Eine Teilnehmerin unserer kleinen Tippgemeinschaft wettete tatsächlich auf Italien als Weltmeister und musste dafür spöttische Bemerkungen der restlichen Mittipper einstecken. Heute weiß man: Die Frau hatte recht, Glückwunsch! Glückwunsch auch an Italien und alle anderen Teilnehmer in Form Mannschaften, Fans, Veranstaltern, Helfern und nicht zuletzt an uns selbst, denn wer hätte gedacht, dass wir DAS überleben. Mediales Großereignis, sportlicher Wettkampf, kollektives Sturzbesäufnis und auf jeden Fall seit Jahren und für die nächsten Jahre meistbeachtete Sache im deutschen Land. Ich persönlich fand es nett, dass sich selbst erklärte Fußballdesinteressierte mitreißen ließen und überhaupt herrschte gute Laune wohin das Auge blickte.

Zinedine Zidane heißt der gekürte Spieler des Turniers. Ein Gott am Ball und wie man im Finale sah doch auch Mensch. Nicht das er eine Tätlichkeit nötig hätte, andere sind schon für weniger vom Platz geflogen, aber irgendwie nahm es ihm niemand so recht übel. Auch einige andere große Namen werden den Rasen verlassen und ihre Karrieren beenden. Dann rücken wieder neue Götter nach und so haben wir spätestens zur EM in zwei Jahren wieder was zu gucken.

(octapolis)


März 2oo6 - Mama, der Bubi hustet!

Wie fang ich an? Soll ich Anfang März der geneigten Leserschaft ein frohes, neues Jahr wünschen? Ich glaube, das kann ich mir schenken. Nun ja, auf jeden Fall sind dies die ersten Zeilen im neuen Jahr an dieser Stelle.

Was gibt es also neues?

Der liebe Paradroid weilt momentan auf Rügen. Wenn wir Glück haben und er seinen Fotoapparat nicht vergessen hat, können wir demnächst vielleicht eine exklusive Fotostory aus dem Seuchengebiet präsentieren. Oder eine Vogelgrippe-Novela, so vielleicht unter dem Titel »Paradroid – Enten untertage« oder »Schwäne – Ihre toten Hälse formten ein Herz«. Mal sehen, was die Bilder hergeben, aber so etwas romantisches gab es lange nicht auf unserer kleinen Internetzpräsenz.

Da fällt mir noch was ein. Vielleicht ist es ja dem einen oder anderen schon aufgefallen, in unserem Gästebuch machen sich seit geraumer Zeit Spameinträge breit. Doch nicht nur da, sondern auch in Unterwegsberichten und so weiter. Nun ist es so, dass die einzige Möglichkeit wirklich zu filtern darin bestünde, dass die Einträge erst via eMail an uns gehen und so kontrolliert werden. Das wiederum widerspräche der eigentlich gewollten Interaktivität. Also nehmen wir das vorerst in Kauf und löschen brav fast täglich eine Hand voll Casino- oder Pharmaanzeigen. Doch eins sollen diese Arschmaden wissen: ICH HASSE EUCH!

Zu guter letzt bleibt vielleicht noch zu erwähnen, dass es demnächst, wenn alles abgemischt ist, gleich drei (!) neue Songs in der GORF-Section zum Download bereit stehen. Da waren wir mal produktiv und wollen es auch bleiben. Diverse Ideen sind gesammelt, aber darüber mehr, wenn´s konkret wird.

So, dass soll es erst mal sein, abzuheften unter »Neujahrsgrußwort«.

(octapolis)


Dezember 2005 - Gute Freunde kann niemand trennen

Heute möchte ich mal von einem Menschen berichten, der mir, wie kaum ein anderer, ans Herz gewachsen ist. Viel zu oft wird heutzutage gemeckert und kritisiert, viel zu selten gelobt und positives ausführlich betrachtet. Den Namen der Person möchte ich aus Gründen des Datenschutzes freilich nicht nennen, aber mancher wird sich beim lesen denken: Ja; von dem hab auch ich schon gehört.

Los ging es vor mehr als einem Viertel Jahrhundert. Natürlich lassen die Erinnerungen Lücken offen, denn ich war noch sehr klein, als ich mich kennen lernte. Aber ich verbrachte eine sehr unbeschwerte Kindheit mit mir. Wir spielten oft und viel, am liebsten Verstecken. Da muss ich heute noch schmunzeln, wenn ich daran denke, wie ich hinter einem Baum stehend bis hundert zählte und mich danach lange suchte, ohne Erfolg. Tja, so sind Kinder halt, abenteuerlustig und dabei ausdauernd. Die Zeit verging wie im Flug, Kindergarten, Schule. Manchmal musste ich mich bei mir abschreiben lassen, wenn ich mal die Hausaufgaben vergaß. Aber Freunde helfen sich und zwar ohne zu petzen!

Später gingen meine Interessen ein wenig auseinander, aber letzten Endes konnte ich mich mit mir auf den kleinsten gemeinsamen Nenner einigen. Im nachhinein betrachtet, war ich, gerade während der Jugend, oft auf mein blendendes Aussehen ein bisschen neidisch. Aber so was passiert wohl. Im Endeffekt weiß ich, dass ich der schönere von uns beiden bin. Eine Zeitlang hatten wir sogar ein und dieselbe Freundin! Falls sie das ließt, oh ha, sie hat bis heute nichts davon mitbekommen.

Insgesamt gesehen bin ich gerne mit mir zusammen, ich habe mich auch wenn es hart auf hart kam nie im Stich gelassen. Selbst mitten in der Nacht geh ich noch ans Telefon, wenn ich anrufe, außerdem bin ich immer für mich da, habe auch jederzeit ein kühles Getränk im Kühlschrank, falls ich mal spontan vorbei komme.

Solche Freunde hätten andere gerne. Glückspilz, der ich bin, dass ich mich habe.

(octapolis)


November 2005 - Ode an den Fichtelberg

»Adolf Hitler war vermutlich derjenige Machthaber des zwanzigsten Jahrhunderts, der die größte Bewegungen und Erschütterungen ausgelöst hat.«

So fängt John Toland´s Führer(1889-1945)biographie an. Warum sollte man das an dieser Stelle nicht aufgreifen, denn erstens ist das nicht unwahr und liest sich gut, zweitens wirkt es irgendwie weltmännisch und belesen zugleich und drittens umschifft man mit einem Zitat als Einleitung, selbst irgendwelche vokabulare Halbfettkost zu verzapfen. Egal, eigentlich geht´s ja doch um andere Themen...

Der Bundesnachrichtendienst soll ja jetzt von München in die Pleitemetropole Berlin umziehen. Man erzählt sich von einem Gesamtkostenfaktor von 2 Milliarden Euro. Könnte man für diesen Betrag nicht die bajuwarischen Agenten nicht entlassen, in der Bundeshauptstadt stattdessen ein paar neue einstellen und die Horchundgucksatelliten per Anhalter mit der ISS ein paar Kilometer weiter nordöstlich postieren? Gibt es im brandenburgisch-hauptstädtischen Raum nicht viel mehr Arbeitslose als in Bayern? Das wären dann neue Arbeitsplätze und im schönsten Freistaat ein paar weniger, aber da sieht´s ja auch nicht so böse aus. Angleichung von Unterschieden zwischen Ost und West. Bewegung der Waagschalen in Richtung Gleichheit. Wenn das kein Argument für diese Ausgabe ist.

Um gleich bei der Sache zu bleiben... Da hat doch unsere neue Regierung ihren Koalitionsvertrag bzw. -konsenz in trockenen Tüchern und tritt damit an die Öffentlichkeit. Merhwertsteuer rauf, Pendlerpauschale weg. Dafür, man höre, u.a. eine Reichensteuer. Also mal ehrlich, wenn alle vermögenden Privatpersonen prozentual was abtreten, dann ist das angesichts des Schuldenloches, über das hier momentan ein Leichentuch gezogen werden soll, in etwa so, als wenn man ein Centstück in einen Gully wirft - das hat null Effekt. Angeschissen sind im Endeffekt doch alle, der am unteren Rand mehr, als der am oberen und wir werden uns wieder sprechen, statt Schulden zu tilgen und Arbeitslosigkeit zu vermindern wird auch diese Koalition in ein paar Jahren noch größere Schulden und noch mehr Arbeitslose vermelden. Warum? Weil das immer so gewesen ist und, hey, schließlich leben wir doch alle ein bisschen im Kapitalismus! Wir merken uns also: Wer nicht arbeiten muß, muß auch nicht pendeln!

Schließen möchte ich mit den Worten, die Hernándo Garcia de Niño el Parque 1875 bei seiner Fichtelbergerstbesteigung gesagt haben soll: »¡Thís, nuestra tierra del planeta es seguramente una bola de masa hervida!«.

Frohe Vorweihnachtszeit!

(octapolis)


September 2005 - Nach dem Sommerloch (Jean Pütz wird Kanzler?)

Nun habe ich schon wieder seit Monaten nichts mehr geschrieben, kann ich´s noch? ^1234567890ß´... die obere Tastenzeile geht noch...also los! Zur Entschuldigung: Erst riss mein Rechner bösartigst die Hufe hoch, dann war mal kurz Urlaub und während ich das schreibe, warte ich sehnlichst darauf, dass sich mein Modem wieder zuckt. Nur Ärger mit der Technik, demnächst gibt es diese Internetzpräsenz wahrscheinlich nur noch als handgeschriebenen Faltzettel.

Da ich den Urlaub erwähnte, möchte ich eine kurze Episode loswerden, bei der ich mich fragte ob der wohl schrecklichste TV-Import des Großherzogtums links von uns nur ein Flunkerer ist.
Neulich in der Innenstadt von Luxembourg übermittelte mein Gehirn der Blase das Signal zum Druck erzeugen, was sie dann auch tat. Unweit des Bahnhofes tat sich auch schon eine Gelegenheit in Form einer Bahnhofstoilette auf. Wie einst der Kaiser beim Gang zur Medaillenübergabe den Sieg gewiß in der Tasche wissend, schritt ich also darauf zu und, oh, ich armer Tropf - geschlossen! Im selben Augenblick kam mir die Erkenntnis, wie Bastelhirsch Jean Pütz auf die Idee kam einen Ratgeber zum Thema Urin als Allheilmittel zu verfassen. Er war gar nicht das homöopathische Schlitzohr für den die Menschheit ihn hielt, nein, er war genau wie ich der letzebuergischen Schelmerei aufgesessen. Die Anwendung der Pütz´schen Tricks konnte ich mir sparen, zum Glück, hinter dem nächsten Diekirch-Ausschank stand ein Baum. War trotzdem ein Ding, reisen bildet. Du bist durchschaut, J.P.!
Aua! Da zieht es mir in der Bandscheibe, als ich mich zur alleruntersten Schublade beuge, wo ich noch folgenden, dem Slogan eines schwedischen Klappstuhlhändlers nicht unähnlichen Kalauer finde: Urinierst du noch oder trinkst du schon?

Heben wir das Niveau also wieder etwas, keine Kunst. Vom Eise befreit sind Strom und Bäche... nein, das ist zu kulturell, ich wollte natürlich noch etwas zur Wahl los werden. Ging es in den letzten Wochen noch recht spaßig zu, am Wahlsonntag ab 18 Uhr gipfelte das Ganze in einem Reigen an Putzigkeiten. Da möchte ich logischerweise als erstes unseren Münti erwähnen. Kommt daher, die Hochrechnung recht lausig, aber er schreitet mit beidhändig erhobenen Daumen vor sein Pult. Eine Traumpose, die sagen will: Ja, wir sind Kanzler! oder Geht los, Freunde! Mir persönlich gefällt dieser Vulkanausbruch positiver Energie dermaßen, dass ich ab sofort, egal ob Fahrkartenkontolleur, Vorgesetzter, Kassiererin oder Friseuse mit dieser Pose beschenke. Auch wahllos bei Passanten kommt das gut an, ich empfehle es jedem von euch! Zack, Daumen hoch! (beide!)

Nun hörte man allerhand während den Übertragungen von sogenannten Wahlparties. Ich glaube, die einzigen die früh noch tanzten waren die Gefolgstleute des Duos 'Harmonie' aka Gysi & Lafo. Auch schön: Einer bleibt Kanzler, die nächste wird Kanzlerin, der Trend geht diese Saison eindeutig zum Zweitkanzler. Das nervigste war dann wohl die Wortkreation 'Jamaica-Koalition', auch als 'Schwarze Ampel' kurz 'Schwampel' bekannt. Bei so viel Gehirnwasserabsenkung möchte der Wähler, mit dem Kotzreiz ringend, abschalten. Ist es euch auch aufgefallen, wie viele tolle Sachverständigte und Politwissenschaftler wir haben und vor allem, dass diese oft nicht mehr ausdrücken, als das was man selber schon wußte? Traumhaft, Da gab es dann einen eindeutigen Sieger: Pao... (vertippt) Michel Friedmann bei N24. Präzise, scharfzüngig und vor allem nicht feige. Oder der allseits geschätzete Prof. Patzelt, der da gefragt haben soll: 'Wo sind denn hier die Toiletten?'.

Wir sind das Volk, Daumen hoch und den Blick gen Luxembourg!

(octapolis)


Mai 2005 - Neuwahlen (Germany: no point)

Warum nicht jetzt?

Ein Deutschland mit Guido Westerwelle als Bundeskanzler? Ich meine, ist nicht alles möglich? Gerhard Schröder und Münti geben das Signal zur Neuwahl, Selbstverteidigung, Angriff oder Harakiri, es ist egal, die Zeichen stehen auf Sturm. Selbst Saarland-Napoleon (zugegeben nicht meine Wortschöpfung, aber dennoch sehr schön) Oskar Lafontaine (hat auch diesen französischen Klang, wie Camembert, Boujoulais, Jeanette oder Champs Elysées...ich schweife ab) taucht wieder auf und will mit TV-Sozialist Gysi einen Pakt schmieden. Das ist doch sensationell. Aufbruchstimmung per excellence.

Dann haben wir da noch Frau Merkel. Geschätzte 170 cm Frau auf sportive (ebenfalls geschätzte) 80kg mit einer Frisur, wie sie selbst in der schlechten Zeit (WIR erinnern uns) keiner als Zweitmütze getragen hätte. Mein Gott (den darf ich doch im Zusammenhang mit der Christlich Demokratischen Partei nennen, oder?), da sagt sich manche(r): Das ist ne Frau und dann noch aus dem Osten, ja so was von supi aber auch! Liebe Leser aus dem Osten, Eure Mütter waren auch Frauen von hier, Kunststück, macht bei 17 Millionen DDR-Bürgern, sagen wir mal die Hälfte, also 8,5 Millionen potenzielle Kandidatinen für den Kanzlerinnenposten, denn in was unterscheider sich Angie sonst von anderen Frauen, ich meine abgesehen vom Aussehen? Da macht´s vielleicht doch besser mal der Edmund, der kommt wenigstens aus dem Westen, die haben da mehr Ahnung, hab ich gehört.

Aber wie immer, wenn das große Gerangel losgeht vergißt man schnell die Grünen. Die Umwälzer der Nation, die uns diesen ulkigen Dosenpfand (oder doch das Pfand...ich guck mal in den Duden...Dosenbarometer...dösen...hmm...Pfalz...Pfand, das) - also dieses ulkige Dosenpfand eingebracht haben und uns den Strom abdrehen wollen? Wir im Elbtal haben ca. 342 windstille Tage im Jahr, bleiben 23 Tage, an denen der Kühlschrank läuft und die Straßenbahn fährt, da sage ich, jawohl, das entlastet die Umwelt. Übrigens, weil wir gerade bei DAS Dosenpfand waren: ab 1. Juni 2005 sind die 5l-Party-Bierfässer wieder pfandfrei, aber das nur am Rande.

Den Schröder will ja keiner mehr, sagen zumindest die Wahlbeobachter in NRW. Wer bleibt also? Westerwelle. Was wissen wir eigentlich über den Menschen Westerwelle? Nicht viel und genau das macht es so spannend. Aber bis dahin sind es noch ein paar Tage und ein Sommerloch weit entfernt.

Noch was anderes: Als ich letztens bei meinen Ergüssen auf die deutsche ESC-Teilnahme einging...kleiner Irrtum, obwohl ein letzter Platz durchaus unverdient war. Nun ja, der Teufel saß wohl im Refrain, aber das kennen wohl viele, von unter der Dusche. Aber was haben wir davon? Es wird ernsthaft darüber nachgedacht von unseren GEZ-Gebühren im öffentlich rechtlichen Fernsehen die Hitparade mit Dieter Thomas Heck zu reaktivieren. Will das jemand? Ich glaube nein.

(octapolis)

PS: Dynamo!

April 2005 - Ein bißchen Frieden

Wer gelegentlich auf unserer Homepage vorbei schaut und den einen oder anderen von uns gar persönlich kennt, weiß, dass neben Bier, Politik und anderen Geisteswissenschaften der Eurovision Song Contest seit Jahren eine beachtete und zelebrierte Veranstaltung ist, die quasi als Herzenssache unsere kleine Existenz bereichert. Also nicht wundern, nennen wir es Artenvielfalt.

So denn, wer den teutonischen Vorausscheid verfolgt hat, weiß dass Gracia, ihres Zeichens Popsternchen und Teilnehmerin an der Gehirnshow »Deutschland sucht den Superstar« mit dem Titel »Run & Hide« gewann und somit in Kiew Deutschland vertreten wird. Nun ist es aber passiert, dass einige festgestellt haben wollen, dass ihr Produzent angeblich mit gezieltem Aufkaufen von CDs ihren Titel in die Charts gehievt haben und somit die »Wildcard« zur Teilnahme am Vorausscheid, die dann zum Sieg führte, ergaunert haben soll. Bewiesen ist bis zum heutigen Tag aber noch nichts. So weit noch ganz lustig, aber wer jetzt wieder aus den Löchern gekrochen kommt ist schon beachtlich. Udo Jürgens, der im letzten Jahrtausend mal »Merci Chérie« beim ESC trällerte, oder die Ikone gepflegter Bierlaune, Gunter Gabriel zum Beispiel. Diese fordern die Sängerin über diverse Medien zu einem Verzicht bezüglich ihrer Teilnahme auf. Als Krönung taucht nun noch ein offener Brief mit der gleichen Forderung auf, den laut »Bild« 12 Musikanten wie Nicole, Gildo Horn und Nino de Angelo unterschrieben haben. Ebenfalls meldete sich Dieter Thomas »Media Control und Radio Bremen haben ermittelt« Heck zu Wort und greift unser aller Lieblingssender ARD, genauer den NDR an (der NDR organisiert alles was um den ESC passiert) weil der Sender der Meinung ist wenn nicht Gracia, dann niemand. Nun wird diese auch noch vom Plattenkonzern Universal gefeuert und ich möchte wetten auch verklagt, weil sie behaupten haben soll, dass bei der Channel666-Lieblingskünstlerin Jeanette Biedermann, auch bei Universal unter Vertrag, ähnliche Manipulationen stattgefunden hätten.

Aber ich lasse mich dazu hinreisen abzuschweifen; zurück zur Sache. Wenn also Gracia wirklich nicht antritt, dann wäre das für den Grand Prix Freund mehrfach fatal. Zum einen ist mal objektiv gesehen und den großen Contest im Auge behaltend ihr Beitrag der wohl vielversprechendste seit Jahren (glaubt´s mir!) und außerdem - und das wäre die eigentliche Katastrophe (oder schreibt man die jetzt mit F statt PH?) - würden die zweitplatzierten Nachrücken. Das sind Nicole Süssmilch & Marco Matias mit der Nummer »A Miracle Of Love«. Nichts gegen die Interpreten, die kennt eh keine Sau, aber das Lied ist doch tatsächlich von Ralf Siegel komponiert und produziert. Zum einen hört man das raus und der Kenner weiß, das bedeutet, dass man mit so was seit 15 Jahren beim ESC nichts mehr reißen kann, und zum andern: Es darf einfach nicht sein, dass dieser Mann nochmal das Parkett dieser altehrwürdigen Veranstaltung betritt. Aber irgendwie sieht es so aus, als schaffe er das wieder und blamiert die Nation wieder mal. Zum kotzen aber war.

Nächstes Jahr bewerben wir uns vielleicht selber, denn ich glaube fest daran, dass meine Stimme gut zu der von Jeanette Biedermann paßt.

(octapolis)

PS: Wenn auch nicht direkt artähnlich mit dem Thema, aber Chateau Noire war wieder schön!


Januar 2005 - Es schneit NICHT

Das mittlerweile nicht mehr ganz so neue Jahr - was hat´s bisher gebracht und was haben wir noch zu erwarten?

Die Arbeitslosenzahl könnte sich halbieren. Der Benzinpreis sinkt deutlich unter einen Euro pro Liter. Die Regierung verbietet 0,4l-Biergläser in Kneipen gesetzlich. Humppa in den Top 10. Der Dresdener Stadtrat entschließt sich zur Eingemeindung von Freital um es hinterher zu fluten. Die USA belegen Holland mit einem Käseembargo. Dynamo Dresden steigt auf, wird Meister und gewinnt die Champions League. McDonalds rüstet weltweit auf Dönerbetrieb um.

Glaubt ihr nicht?
Elende Pessimisten!

Ansonsten wird es, zumindest was uns betrifft einige Neuerungen geben. Die Optik soll auf vielfachen Wunsch (oder auch Kritik) umgestellt werden. Man wird sehen, ob´s dann jemandem besser gefällt oder nicht. Desweiteren will sich Paradroid die Finger zum Zwecke einer Umstellung des Biertests auf Datenbakbasis krümmen. Außerdem wird jener Test noch um ein oder zwei Rubriken erweitert, in denen dann noch ein paar geschichtliche Aspekte und diverser anderer Mumpitz erläuter werden.
Wie auch letztes Jahr bemühen wir uns natürlich mal wieder was musikalisches in den Tiegel zu werfen (2004-immerhin 1 Lied, 2005-7 Alben?) und auch ansonsten wieder voll und ganz dort zu sein wo es weh tut.

Aua!

(octapolis)


Dezember 2004 - Der heilige Klaus

Ist es nur mir aufgefallen, oder kann es sein, dass es jedes Jahr um einiges mehr als im vorher gegangenen weihnachtet?
Schon gemütlich so ein Bummel über den Dresdener Striezelmarkt danach noch fix in den Stallhof und zum Abschluß, ...könnse nich aufpassen?, weil´s so schön ist noch hübsch durch die Münzgasse. Macht zusammen eine runde Stunde, ...blindes Arschloch!, Vollkontaktkampfbummeln. Im Gesicht ein Babytragegestell und im Rücken, ...Moment, machense ma Platz!, eine Handtasche. Dort drüben gibt es Glühwein, Vorsicht fettig, aber leider kommt man schlecht ran, denn eh man die "Spur gewchselt" hat ist man schon auf Höhe Mützenstand geschoben worden. Also schnell wieder zum Auto (nüchtern wie wir sind fahren wir natürlich nicht mit der Bahn) und nach Hause vor den anheimelnden Kamin oder wenigstens vor den wärmenden Monitor. Wirklich ein sehr besinnlicher Monat.

Wenigstens hat der Weihnachtsmann dem heimischen FC noch vor der Winterpause den ersten Auswärtspunkt der laufenden Saison beschert. In der familiengünstigen Kombipackung mit Gegentor und Gelb-Roter Karte, versteht sich.

Selbst auf unserem bescheidenen Internetauftritt (Ich benutze neuerdings dieses weltmännisch und börsenbewandert gleichermaßen klingende Wort recht gern, es vermittelt mir das wohlige Gefühl nicht sinnlos irgendwelchen Müll anzuhäufen, sondern unersetzlicher Teil eines ungemein wichtigen Projektes zu sein. Wo war ich stehengeblieben...Klammer zu!) weihnachtet es ein wenig. Als wichtiges Netzportal (Yeah!) für den Katholiken an sich (DoppelYeah!) flackern fromme Bibelzitate durch den, zuweilen eher leichter unterhaltenden Bereich der Message Of The Day und zum andern verirrt sich das ein oder andere Weihnachtsbier in den Biertest. Tut uns Leid, mehr Weihnachtsstimmung können wir hier nicht schaffen.

Abschließend noch ein paar Tipps, damit ihr das Fest der Freude (Liebe, Geschenke, tollen Filme sogar beim ZDF oder was immer der geneigte Leser empfindet) auch überlebt.

1. Für Becherovka und Exportbier sind separate Gläser zu verwenden.
2. Socken waschen, bevor sie an den Kamin (oder Monitor) gehangen werden.
und schließlich
3. Haben Wissenschaftler herausgefunden, dass ein Laptop auf den Oberschenkeln eines Mannes geparkt, allein durch Hitzeentwicklungen Unfruchtbarkeit hervor rufen kann, also auch da: Aufpassen!

Frohes Fest, Hohoho...

(octapolis)


Juli 2004 - Römische Zahlen

Alle Jahre wieder macht es sich gähnend im Fernsehen, der Politik, auch allgemein und ebenfalls auf unserer kleinen bescheidenen Internetzpräsenz breit: das Sommerloch.

Der Geier weiß, warum, aber es ist so. Der heißgeliebte Biertest hatte in den letzten zwei Monaten nur noch sporadischen Zuwachs, man griff gar schon auf Mixgetränke zurück. Auch eine Hupe des Monats gab es nicht, weil sich einfach keiner richtig daneben benehmen wollte. Die EM vorüber, der Kanzler im Italienurlaub, ein Parteiausschluß hier, ein homosexueller Spitzenpolitiker da. Nichts worüber man sich an dieser Stelle das Maul zerreißen könnte.

Ach ja, mal wieder was sportliches: Klinsi soll´s bei der deutschen Nationalelf richten. Der hat zwar noch nie eine Mannschaft trainiert (neudeutsch: gecoached), im Gegensatz zu seinem alten Mitstreiter Lodda Matthäus, der wiederum vom Franzl wegen mangelnder Erfahrung abgelehnt wurde. Dazu Olli "Le Frisur" Bierhoff als Manager unseres Chaotenhaufens, ich persönlich sehe uns schon alle nächsten Europa- und Weltmeisterschaften und wahrscheinlich sogar den Afrika Cup gewinnen.

Jetzt fällt mir auch wieder ein, wahrscheinlich zum Stichwort Afrika Cup, dass noch was schlimmes passiert ist: Inge Meysel ist tot. Gestorben. Einfach so. Das muß der geneigte Fan erst mal verdauen, genauso wie der Arbeitslose seinen Antrag auf Arbeitslosenhilfe II. Überhaupt kommen römische Zahlen sehr in Mode. Hartz IV zum Beispiel. Die auf der Landkarte westlich von uns lebenden Beamten bekommen auch unglaubliche MMMMM Euro Prämie, genannt Unkostenpauschale, wenn sie in den Osten pilgern um den Antragstellern die letzten XX Euro zu kürzen. Da werden sich im Jahre MMV einige Leute mit 0 (null, gips da auch wat in römisch?) Euro in der Tasche zufrieden geben müssen, aber Geld ist ja nicht alles im Leben.

Der nächste Winter kommt bestimmt.

(octapolis)


Juni 2004 - Tooor!

Heute mal wieder ein paar Zeilen, leider war in den letzten Wochen meine Zeit etwas begrenzt, aber nichts desto sowieso und auch und so, gibt es an dieser Stelle wieder mal einen kurzen Abriss über die Ereignisse dieser Tage.

Nun sind die Dresdner Stadtratswhlen gegessen, die Europwahl auch. Ist eine Wahl mit noch nicht mal 40% Wahlbeteiligung, wie die für unser schönes Europaparlament überhaupt noch repräsentativ? Egal, Europa ist weit weg. Wenigstens haben wir einen neuen Stadtrat, Zeit wurde es, dass mal wieder ein paar Köpfe ausgetauscht werden.
Werft übrigens mal einen Blick auf unsere Channel666Wahlurne beziehungsweise deren Ergebnisse, very strange...

Harald Juhnke hatte unlängst seinen 75sten Geburtstag. Party on, dude!

Außerdem scheint, wie ebenfalls auf unserer kleinen Internetzpräsenz zu merken, das Volk etwas fiebrig die EM zu verfolgen. Aus dießem Anlaß erlaube ich mir die (zum Teil unsinnigsten) aber am häufigsten gehörten Fußballweisheiten in Chartform wiederzugeben...

10. Das nächste Spiel ist das schwerste
9. Nach dem Spiel ist vor dem Spiel
8. Otto Rehakles
7. Neunzig Minuten hat ein Spiel
6. Der Kahn ist doch jetzt Halb-Lette
5. Das Runde muß ins Eckige
4. Wir standen heut gut hinten drin und haben die Räume eng gemacht
3. Tschechien ist Geheimfavorit
2. Drei Ecken sind ein Tor

... und abgeschlagen auf Paltz 1, sogar DER Lieblingspruch der Leute, die Lokomotive Moskau nicht vom FV Dresden Nord unterscheiden können...

1. Deutschland ist eine Turniermannschaft

Dann schon lieber was poetisches von Jean-Paul Sartre, der da sagte: "Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft."
Bleibt nur noch die eher philosophische Frage, die man sich jedes Mal an dieser Stelle stellen muß - gibt es wirklich nur einen Rudi Völler? Wahrscheinlich schon.
So, genug zu diesem Thema, denn wir wollen mal nicht mehr Fußball tun, als wir wirklich sind.

So denn, go and get the cup!

Octapolis


April 2004 - Körperwärme durch Praxisgebühr

Nun ja, das Mediziner und die Pharmazeutiker seit Ewigkeiten fröhliche Urständ feiern ist nicht neu, aber vielleicht sollte man den Blickwinkel darauf ändern, dann hat man auch was davon. Deshalb der Versuch der Sache etwas positives abzugewinnen...

Jeder der was tut muß sich was gönnen. Entspannung und Ruhe, Shopping und Kommerz, je nach Gemüts- und Charakterlage. Also:
Gönnt euch mal wieder was!
Während, die ersten geneigten Leser jetzt vielleicht schon mit einem Schuh zum Stadtbummel unterwegs sind, möchte ich dem Rest den Trand des Jahres (und wahrscheinlich auch der kommenden) präsentieren, respektive näher bringen.
Der Trend geht eindeutig zum Arztbesuch im allgemeinen. Wo sonst kann man bei dermaßen entspannter Atmosphäre so viel Geld ausgeben. Fangen wir mal an...
Guten Tag! (10 Euro), dazwischen gratis (!) Zeitschriften über Kultur und Wissenschaft, was? Fuß verstaucht? Rezept, Überweisung Physiotherapie, Apotheke, Guten Tag (noch umsonst), Tabletten und ne Salbe für den Knöchel (lässige 25,50 Euro), danach noch schnell beim Therapeuten des Vertrauens vorbeigeschwebt (runde 30 Flocken Selbstbeteiligung für viermalige Liebkosung des schmerenden Gelenks) und fertig ist der Lack. Oder alle. Egal, auf jeden Fall eine wunderbare Gelegenheit mal wieder etwas vom überflüssigen Geld loszuwerden. Nach dieser Tour sollte sich doch eigentlich das wohlige Gefühl von kommerzorientierter Wärme ums kleine Konsumenten(Patienten)herz einstellen.

Das ganze mag jetzt machem sinnlos erscheinen, doch die Vorstände der Pharmaindustrie und Krankenkassen und nicht zuletzt unser geliebtes Väterchen Staat wollen sich schließlich auch mal was gönnen und genau da sind wir am Anfang meiner kleinen Ausführung, der Kreis schließt sich quasi. Wer jetzt denkt, das ist mir zu wenig, ich hab mehr Geld, will mir mal was richtig tolles leisten, dem sei noch ein Besuch beim Dentisten empfohlen. Eine schöne Zahnfüllung, nebst Behandlung im allgemeinen, vielleicht Beseitigung des Raucher- oder Kaffeelächelns sind auf jeden Fall mal einen Hunni wert.

Ich bemerke gerade, dass ich ja auch noch Krankenkassenbeiträge von meinem monatlichen Schmerzensgeld bezahle. Hm, toll.

Was zur Hölle ist eigentlich aus Walter Plathe geworden? Interessiert mich nicht wirklich, ging mir nur gerade durch den Kopf. Die Frage ist aber doch hiermit öffentlich gestellt, wer es weiß kann gerne eine Mail an mich schicken.

Genug der Blödelei, ansonsten fällt mir momentan nichts ein, über das es zu schreiben lohnt. Das Wetter ist für den Arsch, es ist momentan noch mal so kalt geworden, das man unter dem Einfluß geistiger Getränke des Nachts vereinzelte Pinguine zwischen Fernsehturm und Feuerwache Striesen beobachten kann.

Wir sehen uns vielleicht mal beim Arzt,

Octapolis


Januar 2004 - Schönes neues Jahr, liebes Tätervolk!

Na, alle gut in´s neue Jahr gerutscht?

Für unsere kleine Familieninternetzpräsenz wäre der Januar fast tödlich geworden, als sich der Anbieter dieses wunderbaren Webspaces dazu entschloß etwas Spaß mit selbigem zu veranstalten. Dabei wären um die 40 Biere, diverse Texte und Daten über die Klinge gegangen und nur dem unermüdlichen Paradroid, der unter Einsatz seiner Superpokémonkräfte rackerte wie ein geölter Blitz, ist es zu verdanken, dass alles gerettet werden konnte.

Im Moment läuft gerade die Handball EM und ich glaube, dass die Chancen auf den Titel für die beste deutsche Mannschaft seit langem, auch ohne (dem ohnehin in meinen Augen minimal überbewerteten) Kretzschmar und Baur, nicht zu schlecht stehen. Zumal Heiner Brand sich im Falle des Europameisters Deutschland, von seiner voluminösen Rotzbremse trennen will, was sämtliche Bemühungen lohnt, also klotzt ran!

Außerdem wurde im Januar 'Tätervolk' zum Unwort des Jahres gekürt. Keine schlechte Wahl für eine deutsche Jury, obwohl mein Favorit 'antisemitisch' gewesen wäre, denn dieses Wort wird dermaßen inflationär verwendet, dass es manchmal schon den Sinn verzerrt. Man stelle sich nur die altbekannte Szene an der Dönerbude des Vertrauens vor: 'Suchst Streit, ey , was heißt hier zu wenig Schafskäse, bist du antisemitisch drauf, Alter?'. Oder so ähnlich. Ja ich weiß, damit macht man keine Witze, aber man sollte mal darauf achten, wie oft irgendwelche Leute als Antisemiten abgestempelt werden und sich dann einmal Gedanken darüber machen in welchem Verhältniß die Einstufung 'antisemitisch' im Wortsinne des Semitismus zur getroffenen Aussage steht, die diese Einstufung veranlaßt.
Auf jeden Fall etwas dünnes Eis, deswegen: Themawechesel.

Harald Schmidt hat es schon lange gewußt. Die Gerster-Uhr tickte geduldig und kurz nach dem Ende der Show kam selbiges für den Bundesminister für Arbeit. Getröstet mit anständiger Rente und einer bescheidenen Abfindung, getreu dem alten Spruch 'Arbeitlos und Spaß dabei!', verließ dieser murrend das Feld. Er sieht sich als Opfer einer, von der bösen Opposition gesteuerten, Hetzkampagne.
Hör mal, Florian: Erstens ist der Merz viel zu bescheuert um eine anständige Hetzkamagne zu starten und durchzuziehen, zwotens solltest du dich (wir Genossen sagen natürlich 'Du' zu einander) mal mit den aktuellen Arbeitslosenzahlen befassen und drittens bleibt Beratervertrag eben Beratervertrag. Vetternwirtschaft vom feinsten. Aber egal wer der oder die NaachfolgeministerIn wird, besser wird hier so schnell nichts, auch wenn das olle Arbeitsamt jetzt ein moderner Dienstleister namens Bundesagentur für Arbeitsvermittlung ist, was natürlich auf Gersters ausgesrochene Ausgeschlafenheit zurück zu führen ist.

So, das wäre es erst einmal, mal sehen, was der Februar her gibt.

Octapolis


Dezember 2003 - Jahresrückblick (Rock´n´Roll)

Listen everybody, let me tell 'bout the Rock´n´Roll...

Prima Einleitung auch für einen kurzen, bescheidenen, sicher auch subjektiven, die Themen Politik, Wirtschaft, Unterhaltung, Kultur, Sport und Großwetterlage umfassenden, unter Umständen nüchternen, wenn nicht sogar ernüchternden, aber auf jeden Fall nicht kritisch gemeinten, aber um bei den einleitenden Worten zu bleiben doch sehr elektrischem Jahreskurzrückblick meinerseits und im besten Falle unsererseits; was dann natürlich meinen Mitstreiter, Programmierer, technischen Minister und langjährigen Kumpel Paradroid, der für alle die es interessiert, dieses Jahr die Raucherei aufgegeben hat und somit Vorbildwirkung für mich und vor allem die jüngere Bevölkerung hat einschließt. Womit dann auch der längste Satz des Jahres auf unserer bescheidenen Internetzpräsenz gebildet wäre.

2003 kann zu den Akten, in den Skat oder am besten in die Tonne.

Was bleibt rückblickend außer den üblichen Großereignissen?

Ich werde mal veruschen, die hängen geblieben Ereignisse und Eindrücke zusammen zu fassen. Nicht chronologisch, nicht nach Gewicht, sondern einfach so wie es gerade durch des Schreibers unscheinbares Gehirn zuckt...

Den Channel666 betreffend lief es ganz gut, obwohl die musikalische Schiene und das gute Eternity Projekt etwas auf Eis waren, welches 2004 aber mit höchster Sicherheit wieder angetaut werden soll. Der Getränkecounter ratterte über 100 Biere über das eigentliche Ziel von 333 Hopfenkaltschalen hinaus, die Party zu selbigem war auch nicht von Pappe.
Außerdem erfreuen wir uns selbiger bescheidener Gesundheit wie am Jahresanfang, was will man also mehr.

Also, was gab´s noch?

Hier ein Krieg, da ein paar Demonstranten dagegen und woanders ein paar Rüstungskonzerne die das alles wenig bis gar nicht juckt. Shit happens, wie wir Texaner zu sagen pflegen. Aber nichts wirklich neues, denn Krieg gab´s immer und wird´s immer geben, nicht weil das so gut ist, sondern weil´s was zu verdienen gibt. Wie sagte Yoko Ono gegen Ende des Jahres noch so nett: Imagine peace!

Auch im eigenen Land will nicht alles so klappen, wie sich das die Regierung denkt. Schade aber auch. Man möchte stundenlang darüber diskutieren, man kann es aber auch lassen, denn im, so weit die Sehkraft reicht, unrepräsentativsten Politbarometer nämlich unserer Channel666 Wahlurne hat der Kanzler samt Gefolge gegenüber seinen Verfolgern noch reichlich Vorsprung. Wahrscheinlich kennt er diese Statistik auch, sonst würde er ja kaum so gelassen durch´s Leben ziehen.
Glaubt mir, wenn´s manchem beschissen vorkommt, es geht immer noch beschissener und das werden wir mit Sicherheit 2004 wieder erleben, insofern uns die Krankenkassen nicht die Atemluft anstelle der Beiträge weg rationalisieren, was durchaus ein guter Sparansatz wäre. Nein, was sage ich da, ich wollte ja unkritisch bleiben...

Den profesionellen Sport betreffend, diese wunderbar körpeliche Ertüchtigung, fällt mir nur noch Rudi Völlers Ausraster ein, denn sonst war ja wohl eher nichts. Schön wäre nur noch ein Handgemenge gewesen, bei dem Netzers SeventiesRetroScheitel neu gezogen worden wäre, aber man kann ja nicht alles haben. Ansonsten war es ja eher unspektakulär. Ach nein, die sexieste deutsche Damennationalelf aller Zeiten ist Fußballweltmeister geworden, Glückwunsch! Aber sonst... Man denke nur an die Leichtathletikweltmeisterschaften. Da hat man glatt den Eindruck wieder Doping legalisieren zu müssen um auch mal eine Medaille abzufassen, aber wer will schon Athleten mit Brüsten und die deutsche Damenstaffellaufbrigade mit Behaarung an selbigen? Schönen Gruß auch noch an den Dynamo Dresden Chancentod Neubert an dieser Stelle, womit ich es auch belassen will, denn ich darf auf Kritik einiger Damen und Herren nicht soviel über Sport im allgemeinen und Fußball im besonderen an dieser Stelle los werden, weil wir sonst Gefahr laufen das beliebteste Sprotportal im Netz zu werden.

Kultur. Bei diesem Wort denkt wohl jeder spontan und im Brustton der Überzeugung an Michel Friedman. Der ist leider seinem alter ego Paolo Pinkel zum Opfer gefallen, aber keine Angst, der kommt wieder. Punkt.

Medial gab´s unterm Strich auch nur Tiefschläge. Vor lauter Superstar und ähnlichem Kappes schon völlig verwässert präsentierte sich das Televisionsangebot noch langweiliger als je zuvor. Oder ist man bloß verwöhnt? Einen Tag or dem Weihnachtsfest wird uns nun auch noch Harald Schmidt bis auf weiteres verlassen. Eine schwer zu schließende Lücke. Man munkelt ja Deutschlands überpräsenteste und nur sehr bedingt witzige Eule Anke Engelke würde die Nachfolge antreten, man möchte kotzen ob so viel Blödheit (vielleicht nicht der Frau Engelkes, denn die kann nichts für ihr verstrahltes Auftreten, sondern eher der der Sat.1 Macher). Desweitern waren Größen wie Thomas Koschwitz, Wolfgang '1000 Frauen' oder auch 'Kneifzange' Lippert und auch Jürgen von der Lippe im Gespräch. Während mir persönlich von der Lippe einzig würdig und vor allem fähig erscheint hätte ich da jemanden als Ersatz zum Vorschlag, der ab demnächst sowieso genug Zeit hätte: Howie "The South African Mega Hupe" Carpendale. Man muß sich das mal vorstellen: Vorhang auf, Spot an and now Ladies and Gentlemen... Hello Again!

Wo wir gerade dabei sind... Eigentlich sollte Howard "MS" Carpendale ja noch mal Hupe des Monats werden, aber der Typ verdient Deutschlands miesesten Kulturpreis einfach nicht zwei mal. Howie gedenkt nämlich nach neuesten Gerüchten seinen Corpus in den Dienst der Schauspielerei zu stellen. Was sagt man dazu und vor allem: was soll das werden? Vielleicht 'Howie 007 - im Auftrag ihrer Peinlichkeit' oder 'MS Alice'? Man spart sich lieber jede Spekulation. Ein Buch hat der Gute natürlich auch auf den nach Bestsellern lechzenden Markt geworfen.

Im Vorwort habe ich noch die Großwetterlage erwähnt. Also noch ein paar Sätze dazu. Wetter gab es auch 2003. Kein Hochwasser, aber eine von den Medien zu Rekordsommer hochgefluchte Jahresmitte. Höher schneller weiter. Spektakulärerweise tummeln sich heute zum (und nicht 'an', wie unsere alten Bundesbürger zu sagen pflegen) Heilgabend auch noch ein paar verinzelte, zwischen Harsch und Matsch pendelnde Schneeflocken auf den Autodächern, zumindest in Dresden, im Umland habe ich erfahren ist wohl weiße Weihnacht.

In diesem Sinne, ich wünsche allen ein frohes Fest, ein paar beruhigende Tage, sowie einen gelungen Neujahresstart sowie eine Harald Schmidt Show ohne Lippi.

Ich liebe mich auch

Octapolis

PS: Wir trauern anno 2003 um folgende Patienten... (alphabetisch geordnet)...
...Cash, Johnny
...Möllemann, Jürgen W.
...Raimoranta, Teemu
...Schmidt, Harald


November 2oo3 - Ritter Hupe (ein Märchen für jung und alt zur Weihnachtszeit)

Ritter Hupe

Unsere Geschichte spielt vor ein paar hundert Jahren, es mag manches nicht mehr so originalgetreu sein, aber ich werde mir Mühe geben alles möglichst so nieder zu schreiben, wie es über Generationen überliefert wurde.

Es war also einmal ein Ritter. Nicht gerade von edler Gestalt, auch arm, stets eine rostige Rüstung tragend. Seinen eigentlichen Geburtsnamen kannte er nicht mehr, da er nicht lesen und erst recht nicht schreiben gelernt hatte und ihn sich daher nirgends notieren konnte. Da er aber des öfteren von Leuten, die seinen Weg kreuzten Hupe genannt wurde und in gewisser Weise Gefallen daran gefunden hatte, kam ihm irgendwann in den Sinn sich einfach Ritter Hupe zu nennen. Das hatte einen guten Klang, roch nach Abenteuer und Ruhm und Ehre und Geld... na ja Geld vielleicht weniger, aber dafür war es schön kurz und lies sich gut merken. Darauf war Ritter Hupe sehr stolz.

So zog er also durch die Lande und erzählte allen Leuten, freilich auch denen die es gar nicht so genau wissen wollten, wer er sei und prahlte mit allerhand Heldentaten, von denen, wie sich der geneigte Leser leicht ausmalen kann, nur die Hälfte der Wahrheit entsprach, nun ja, nicht ganz die Hälfte oder unter Umständen noch weniger doch was macht das schon...

Das einzige Problem was ihn in letzter Zeit immer öfter beschäftigte war das er keine Burg hatte. Ein richtiger Ritter muß eine Burg haben, aber woher nehmen wenn man ständig knapp bei Talern ist. Ehrliche Arbeit? Im Prinzip gern, doch was gab es zu dieser Zeit schon für Arbeiten für einen Ritter? Als er so nach sann lief auf der nahegelegenen Stadtmauer ein uniformierter Mann auf und ab und rief einen Aufruf des Bürgermeisters aus, welcher besagte, dass demjenigen, der den Drachen besiege welcher sich unweit der Stadt in einer Höhle eingenistet hatte und zum Beweis einen der sieben Köpfe im Rathaus vorlege, eine Belohnung von nicht weniger als eintausend güldenen Talern zukämen. Eine stolze Summe, dachte Hupe. Er dachte und dachte. Er kratzte sich am Helm und dachte, bis er auf einmal einen, wie er fand, sensationellen Einfall hatte. Wenn er sich quasi als Kopfgeldjäger einen Namen machen könnte, so würde ihm der Ruhm beim Volke und Respekt bei allem Ungeziefer gewiß sein und natürlich hätte dies auch finanziell annehmbare Aspekte. Also ging er zu besagtem Felsen und brüllte, er sei der Ritter Hupe und wenn sich die Ausgeburt der Hölle nicht freiwillig und auf der Stelle ergeben möchte, dann könne er sich vorstellen sehr zornig zu werden. Nach einer Weile wachte der Drache, der gerade Mittagsschlaf hielt, auf und sah nach dem rechten. Ritter Hupe stand mit wilden Gebärden vorm Höhleneingang, als auf einmal ein Drachenkopf erschien, dann noch einer und noch einer. Wie die restlichen vier Köpfe auch noch hervor lugten, von Rumpf und Schwanz ganz zu schweigen, sah unser flüchtender Held nicht mehr, er hatte die Sache etwas unterschätzt und nun rannte er, dass es ihm fast peinlich dem Drachen gegenüber war. Er ging erst einmal in die nächste Wirtschaft, trank sich Mut an und erzählte schließlich allen, auch den Uninteressierten versteht sich, wie er den Drachen eingeschüchtert hätte und das er ihm am nächsten Tage bei Sonnenuntergang den Garaus machen werde.

Als er mitten in der Nacht in seinem Bett, einem Strohhaufen in einer Scheune, lag und der Alkohol aufgehört hatte zu wirken da wurde ihm bewußt, was er da gesagt hatte und je mehr er über die Konsequenzen nachdachte, desto mehr graute es ihm vorm nächsten Tag. Vor ihm lag eine kurze Nacht in der er sehr, sehr unruhig schlief...

Ein neuer Morgen, die Sonne geht auf, ein Hahn kräht, ein Kind lacht irgendwo, ein Bauer brüllt, ein Ritter schnarcht. Ein Ritter schnarcht? Ja, ein Ritter schnarcht. Wirklich? Ja! Mist, verschlafen kam es in Hupes Unterbewußtsein geschossen. Er war erstaunt darüber, daß er im Halbschlaf sein eigenes Schnarchen wahrnehmen konnte, beschloß aber ein anderes mal darüber zu philosophieren. Während er sein Haupt in die Regentonne tauchte, als Morgentoilette für Arme sozusagen, fiel ihm mit Schrecken auf, daß der bevorstehende Tag noch einiges an großen Abenteuern bereit hielt. Wenn er sich es so überlegte, kam es ihm auf einmal lächerlich vor, vor einem eigentlich eher possierlichen Drachen, ja einem Drächleinchen Angst zu haben. Ha! Dem wollte er es zeigen, alle sieben Köpfe würde er einzeln abliefern, mindestens. Aber ersteinmal brauchte er eine, diesem historischen Kampf würdige Waffe. Nach kurzer Begutachtung seiner stark limitierten finanziellen Mittel entschied er sich für eine an der Wand lehnende Mistgabel. Er mußte lächeln, sie verlieh ihm eine fast dämonische Aura wie er fand. Nun, gut gerüstet, bewaffnet und motiviert konnte es losgehen. Aber da erinnerte sich Hupe an eine alte Weisheit: Leerer Magen kämpft nicht gern! Er wußte auch, dass er bei seiner Triumphfeier wieder keinen Tropfen Alkohol vertragen würde, wenn sein Magen nüchtern wäre. Da wahrscheinlich am Ende dieses Tages Geld keine Rolle mehr spielen sollte, versetzte er seine letzten Münzen für einen Fisch und eine Portion Setzei. Das Ei verspeiste er schmatzend, den Fisch hob er auf für die Mittagspause.
So zog er los und während er durch die Stadt marschierte bildete er sich deutlich ein die respektvollen Blicke der Bürger auf sich zu spüren. Hatte da jemand gelacht? Ritter Hupe konnte es sich nicht vorstellen.

Vor der Höhle angekommen forderte er abermals den Drachen auf seine jämmerliche Gestalt ans Tageslicht zu befördern. Als jedoch nach einer halben Stunde immer noch nichts geschah, fasste er den Entschluß auf eigene Faust in die Höhle zu gehen. Dort mußte er feststellen, dass kein Drache da war. Einfach so. Keiner da. So was. Er mußte nachdenken. Dachte und dachte. Ja, höchstwahrscheinlich hatte es der Drache mit der Angst zu tun bekommen und alle sieben Köpfe unter die Arme genommen, wie man so schön sagt. Also beschloß er sich erst einmal aufs Ohr zu legen, schließlich war die letzte Nacht nicht gerade mit gesundem Schlaf gesegnet. Schon kurze fünf Minuten später schnarchte Hupe gleichmäßig vor sich hin und er fand, es höre sich wie bei einem zufriedenen Bären an, der vielleicht gerade ein Glas Honig genascht hat. Erstaunlich fand der Schlafende auch, dass er schon wieder sein Schnarchen im Schlaf hören konnte und noch erstaunlicher, dass er darüber nach dachte. Der Rest seiner Träume waren bedingt durch diesen Ansatz eher rein philosophischer Natur. Als er gerade über die Höhenbezogenheit der Hyperantipinoxe sinnierte wurde im warm. Warm und noch wärmer, im Prinzip schon heiß. So wachte er auf und sah direkt in einen Hals aus welchem die Hitze kommen mußte. Hals, Hitze, richtig! Mit einem Schlag hellwach erkannte Hupe auf der Stelle was passiert war. Natürlich war das Drachenmonstrum nicht geflüchtet sondern lediglich an der frischen Luft um einen Spaziergang zu machen und nun wieder nach Hause gekommen. Instinktiv griff er nach seiner Mistgabel und rammte sie direkt in den Schlund, welcher sich auf bedrohliche Weise seinem Körper näherte. Wegen der Hitze ließ er den sofort Feuer fangenden Schaft der Mistgabel los und so versank seine Waffe im Magen des Drachen, wo sie jedoch nicht mehr als ein Häufchen Asche bildete. Selbige brachte den Drachen dazu, einen Hustenanfall zu bekommen, und zwar von der Sorte, dass er sich wünschte nie auf diese Welt gekommen zu sein. Er hustete, prustete, rülpste, rang nach Luft, zuckte und zu allem Unglück verknoteten sich bei dieser Aktion sechs seiner sieben Hälse dermaßen ineinander, dass er auf der Stelle kampfunfähig war, denn wie man weiß hat der siebente Kopf bei Drachen nur schmückende Funktionen, denn da in Märchen oft die Zahl sieben erscheint hat Mutter Natur in irgendeiner Sektlaune beschlossen, die ursprünglich sechs Köpfe um einen weiteren zu ergänzen. Ritter Hupe grub sich gerade unter einem Haufen Asche hervor und erkannte relativ schnell, dass er der Sieger dieser Runde war, nicht nach Punkten, aber immerhin einen technischen K.O. konnte er für sich verbuchen. Allerdings hatte er nun keine Waffe mehr und auch sonst nichts, womit er dem Ungetüm einen der Hälse durch trennen konnte. Außerdem schaute der Rauch pupsende Haufen Elend, wie Hupe in seinem Übermut den Drachen jetzt nannte sehr bedrückt drein und, was noch erstaunlicher war, er bat ihn um Hilfe beim auseinander knoten seiner Hälse. Doch so blöd war selbst unser Held nicht. Erst sollte er den Knoten entfernen um anschließend als geräucherte Dosenkonserve zu dienen. Er mußte nachdenken. Dabei kaute er unentwegt auf seiner Fischration und während er so aß begann der Drache seltsame Dinge zu erzählen.

Vor tausenden von Jahren, so behauptete er, waren die Drachen einst stolze Herrscher über die Erde, über ihnen standen nur noch die Naturgewalten. Doch irgendwann, vor einigen hunderten von Jahren bagannen die Menschen sich mehr und mehr auf der Erdoberfläche breit zu machen. Viele Drachen verlegten ihr Dasein also in Höhlen oder sonst wo hin. Nicht aus Angst, wie gesagt, mächtig waren sie, sondern um einfach in Ruhe gelassen zu werden und die Bestände zu sichern, denn ein Drachenweibchen brauch während ihrer 37 monatigen Schwangerschaft absolute Ruhe, was in Gegenwart lärmender Menschen keinesfalls möglich gewesen wäre. Der Plan hatte allerdings einen Haken: Drachen an sich hatten, wie er es nannte, ein schlechtes Navigationssystem, was zur Folge hatten, dass sich immer weniger von ihnen wieder fanden, kein Nachwuchs entstand und so nach und nach die einst stolzen Feuerspucker ausstarben. Er selber wohnte nun schon an die zweihundert Jahre in diesem Loch und er fand, dass es an der Zeit wäre vielleicht eine Drachendame zu finden um eine Familie zu gründen und die Art zu erhalten. Leider hatte er sich nie in die Welt hinaus getraut, da er sich nicht auskannte und zu ihm kam natürlich auch kein weibliches Geschöpf.

Hupe mußte husten. Er hatte gerade eine Gräte verschluckt. Auf einmal schwebte ihm eine Idee vor. Er schlug dem Drachen vor, ihn nicht zu töten, denn ihm war in seiner mitfühlenden Art klar geworden, dass er dies ohne Waffe ohnehin nicht tun könne. Vielmehr forderte er den Drachen auf mit ihm zu kommen...
So sollte es geschehen.

Auf dem Weg zur Stadt wurden noch alle Einzelheiten ausgehandelt. Der Drache stellte sich reichlich dämlich mit dem Laufen an, Hupe hatte es aus sicherheitstechnischen Gründen abgelehnt seine Hälse zu entknoten. Außerdem war der Effekt viel größer, wie er bei Durchquerung des Stadttores bemerkte. Die Leute sprangen zur Seite, machten Ah! Und Oh!, er hörte mehrmals seinen Namen, kurzum Hupe genoß die Atmosphäre in vollen Zügen. Man ließ den Bürgermeister holen, welcher augenscheinlich aller größten Respekt vor dem Drachen und wahrscheinlich noch viel mehr vor unserem Held hatte. Hupe hielt ihm einen Vertrag unter die Nase. Als die Assistenten des Bürgermeisters selbigen eine halbe Stunde geprüft und mit ihrem Chef durch diskutiert hatten, befand dieser endlich, dass er akzeptiere und zückte auf der Stelle die Feder, welche er vorher schmatzend im Tintenfass versenkte. Hupe, hatte mehrere Fliegen mit einem mal unter der Klappe. Einen Gesetzentwurf zum Schutze der Drachen, für den er bereit war auf die Hälfte seiner Gage zu verzichten. Desweiteren wurde er auf der Stelle mit der Bürgermeistertochter verheiratet, da er zusicherte, dass es in den nächsten Jahren keine Übergriffe von seinem neuen Haustier geben würde. Außerdem wurde ihm direkt vor dem Rathaus, ein Denkmal errichtet. Das war auch das mindeste, was man erwarten konnte. Nachdem alle Formalitäten erledigt waren, nahm er das Geld, seine Angetraute und sein Haustier, schwang sich auf dessen Rücken und ab ging die Post.

Vor den Toren der Stadt wurde der Drache erstmal von seinem Halsknäuel befreit und so ging die Reise gen Sonnenuntergang. Hupe hatte ihm versprochen, quasi als Gegenleistung keinen Stunk mehr mit Menschen anzufangen, ihn bei der Brautschau zu unterstützen. Sie zogen einige Tage durch die Lande, bis sie, wiederum nahe einer Stadt einen Höhleneingang bemerkten, aus dem es qualmte. Der Drache, ließ also seinen siebten Kopf durch den Eingang gleiten und als er wieder ans Tageslicht kam, konnte man deutlich kleine Seifenblasen in Herzform um seine Augen erkennen. Die Besitzerin dieser Höhle war eine Drachendame, von ca. 150 Jahren. Der Verliebte fand, dass ihn dieses junge Ding gut schmückte und da die Holde durch das jahrelange Höhlenleben etwas schlechte Augen bekommen hatte, fand sie Gefallen an der Sache und alsbald zogen sie zusammen.

Ritter Hupe und Frau Hupe bauten direkt neben der Höhle ein Haus, natürlich in Form einer Burg. Da die Höhle durch ihre Bewohner mächtig Wärme abgab hatte Hupe die erste Wandheizung erfunden, in dem er Regenwasser gekonnt durch Felspalten leitete, ein sehr kompliziertes System, dass er sich patentieren ließ. Die Wintermonate verbrachte er außerdem mit dem Erlernen des Schreibens und der Mathematik. Unerträglich warm wurde es nur im Sommer, denn wie der gebildete Leser weiß, wird ein Drachenweibchen wären der Schwangerschaft bis zu dreihundert Grad Celcius warm. Ja, richtig, es hatte geklappt, bald sollte es Drachen nachwuchs geben. Auch Frau Hupe erwartete ein Hupenkind und in diesem Zuge erfand Ritter Hupe noch Utensielien wie Kühlschrank, Babywiege, Wickeltisch, Bierzelt, Drachenboot und so weiter.

Die Zeit verging wie im Flug, Ritter Hupe wurde Vater von Zwillingen, Mädchen und Junge, die der Einfachheit halber Hupe zwei und Hupe drei ganannt wurden und war mittlerweile Vorsitzender des Drachzüchterdachverbandes geworden, schrieb gerade an seinem ersten Buch mit dem Titel „Schnarchen als Bewußtseinserweiterung“ und lebte mit seiner Familie in relativem Luxus, den seine mittlerweile 183 Patente warfen Geld im Überfluß ab. Die Drachenfamilie hatte stolze 49 Hälse Zuwachs bekommen, die Geburt an sich dauerte auch mehrere Tage und sie lebten glücklich und verdienten sich den Lebensunterhalt durch Höhlenführungen und Feuerwerksdarbietungen.

Seit dieser Zeit herrscht wieder Eintracht zwischen Mensch und Echse und wenn sie nicht gestorben sind gibt´s vielleicht irgenwann eine Fortsetzung der Geschichte.

© Octapolis [2003]


Juni 2oo3 - Das Sommerloch (+Interview mit selbigem!)

Nun, alle reden über das altbekannte Sommerloch, da dachte ich mir ich red mal mit ihm selber, da es ja eh pünktlich, die Ferien rücken näher, wie jedes Jahr zur Stelle war. Manch einer sieht es schon nach dem letzten Spieltag der Bundesliga auf sich zu kommen, der andere erst, wenn er merkt, dass er die laufende AlBundy oder PrinceOfBelAir Folge doch schon siebenmal gesehen hat. Der überaus gebildete RTL2-Fan wird erfreut feststellen, dass mittlerweile 5 Folgen seiner Liblingsserie KingOfQueens laufen, wärend er verschmitzt über sein AleksBechtelFanKissen tätschelt. So oder so, auch die Politik bleibt nicht verschont, da streikt man hier ein bisschen, läßt sich da für kaputt erklären andere wiederum verschulden sich neu oder noch andere nehmen irgendwas oder haben was mit Mädels am laufen, mit den man lieber nichts am laufen haben sollte und niemand stört´s, es verläuft eh alles im Sand, bzw. fällt ins so oft besagte Sommerloch...und damit hab ich gerade noch die Kurve bekommen (neidisch, Micha?) um die Überleitung zum Interview nicht zu versieben.
Im folgenden ist Octapolis mit 'O' und Sommerloch mit 'S', nicht dass jemand denkt wir hätten die Originalexklusivrecht für ein Odin/Satan Kreuzfeuer erstanden...
Also denn:

O: Hallo Sommerloch!
S: Hallo Oktober!

O: Nenn mich nicht Oktober!
S: Mir doch egal, wie du heißt...laß uns anfangen!

O: Okay, wie geht´s dir also?
S: Es ist Sommer, da paßt´s schon.

O: Was sind momentan deine wichtigsten Projekte? Wo ist deiner Meinung noch mehr Einfallslosigkeit erfordelich und wo reicht´s schon?
S: Auf jeden Fall beschäftige ich mich mit, von lokalen Radiosendern gesponsorte, Feste und Musikveranstaltungen, da geht immer was. Sehr in meinem Sinne war auch der Zwickel-Streik, Metallarbeiter sind immer für Stimmung gut. Ob´s an Dämlichkeit reicht weiß man immer erst hinterher.

O: Hast du was persönlich gegen den Zwickel?
S: Yezzz...

O: Dann laß uns über was anderes reden: Was machst du im Winter?
S: Ich trainiere, was sonst, damit im Folgejahr noch weniger an mir vorbei kommt, was ja auch immer wieder klappt.

O: Schaust du auch diesen Sommer auf unserer kleiner Internetzpräsenz vorbei?
S: Sicher, sicher... Würdest du sonst so nen Mumpitz auf deinem kostbaren Webspace den geneigten Fans, die eher knallhart recherchierte Fakten als locker flockige Unterhaltung von euch erwarten, vor die Füße werfen?

O: Da muß ich überlegen... Ja... Nö... Ach Scheiß Sommerloch...
S: Scheiß Oktober!

O: Ich heiß nicht Oktober!!!
S: (Türe knallend) Mir doch egal...

Und so trennten wir uns unschön und das Interview ist nicht länger geworden. Überigens entstand es auch nicht unter Einwirkung größerer Hitzeeinwirkung über längere Zeiträume oder Sangria in der Blutbahn oder so was. Das liegt mir fern. Oder nicht? Man weiß es nicht. Mir doch egal...

Bis zum nächsten mal...
...Octapolis


Mai 2oo3 - Aus dem Nähkästchen

(Untertitel: Aus dem Bierrähmchen)

Ich hatte mich immer über mangelnde Mitarbeit beschwert und will an dieser Stelle mal ein paar Worte dazu verlieren. Was die Getränkefrage angeht hat sich auf jeden Fall einiges getan. Wie kürzlich in den BierNews berichtet, ist die Resonanz auf den Biertest angestiegen, was nicht zuletzt einigen speziellen Aktivisten zu verdanken ist, zu denen gleich.

Auch per eMail kommt neuerdings eher was, als vor einem halben Jahr. Man könnte auch sagen: "Wenn´s die zwei Hupen nicht auf die Reihe bekommen, sollen sie´s doch lassen...", wir freuen uns trotzdem über jeden Beitrag, denn es ist immens aufwendig (vor allem zeitmäßig) die Seite immer auf dem laufenden zu halten und auch im speziellen der Biertest erfordert viel Liebe. Bier muß rangeschafft werden (in den Läden der Umgebung gibt´s nämlich nicht mehr all zu viel, was noch nicht dran war), getestet werden (wobei man nicht jeden Tag Alkohol trinken sollte, sagt der Arzt), aufgeschrieben, eingetippt, hochgeladen werden. Macht zwar Spaß, sonst würden wir das nicht machen, aber wegen diesem Aufwand freut man sich um so mehr, wenn sich andere beteiligen.

Zu oben angesprochenen Patienten: Es gibt da ein paar Einzelpersonen, die mit eigenen Tests glänzen, Exoten ranschaffen und MundZuMundPropaganda machen. So was hilft ungemein, unseren ausdrücklichen Dank!

Es gibt aber auch andere Spacken, z.B. Leute die ins Gästebuch müllen. Soll heißen, jeder kann schreiben was er will, aber halt in Grenzen. Wenn´s schweinisch oder politisch unseriös wird, müssen wir es löschen, weil wir als Betreiber letztenendes für die Inhalte verantwortlich gemacht werden können.

Auch sehr schön ist folgende Anekdote:
Da erreichte uns vor einiger Zeit eine Mail, von einem Typen. Dieser wollte, warum auch immer, ein Interview mit uns durchführen und gab sich tierisch geheimnißvoll. Man vermutet, dass es was mit einer Diplomarbeit zu tun hatte. Dann meldete er sich ewig nicht und irgendwann ließ er ne Mail vom Stapel, dass wir uns binnen 2 Tagen äußern sollten, ob wir seinen Termin wahrnehmen wollen, sonst läßt er´s. Natürlich hat er´s gelassen.
Es soll in keinem Falle arrogant klingen, wir sind uns im klaren darüber, dass wir auf jede Werbung oder ähnlichesangewiesen sind, da wir ja nach wie vor weder Sponsoren, noch sonstiges am Start haben. Aber auf diese Art von Leuten, in meinen Augen verkappte Wichtigtuer können wir getrost verzichten, so schlecht läuft es dann auch wieder nicht.

In diesem Sinne
wir bedanken uns bei allen Betankten (5 Euro in die Wortspielkasse!) und hoffen weiterhin auf Eure Mitarbeit, weil es so einfach mehr Spaß macht!

(octapolis)


April 2oo3 - Da könnte einem schlecht werden

Schon wieder ein Haufen Zeit seit den letzten Zeilen vergangen, aber man kennt das ja...

Was gibt´s neues? Hm, unsere angloamerikanischen Lieblinsgäste halten sich gerade im Irak auf, was soll man dazu schon noch schreiben. Der Sachverhalt, warum angegriffen wurde ist ja nun hinlänglich erörtert wurden (gut auch, dass sich jeder und ich meine JEDER im TV äußern darf) und wie die Sache ausgeht wird sich zeigen und ich will mir auch nicht anmaßen, mich über die Sache im Detail auszulassen. Was mir aber aufgefallen ist, verfolgt man mal n-tv, CNN und Konsorten, ist die sensationelle Berichterstattung. Da sieht man am 5. Kriegstag die selben Bilder wie am 2., wie gesagt jede Menge 'Experten' und am Wochenende kommt dann quasi praktisch verpackt, für alle, denen Krieg in der Woche schlicht und einfach zu stressig ist, ein schöner Wochenrückblick mit allen Höhepunkten, Toten und Hubiunglücken. Dem ganzen die Krone setzen dann noch die Radiostationen auf, die zwischen Nena, Spaßtelefon und Eigenwerbung beispielsweise verkünden, dass die Allianz 35 km vor Bagdad steht, obwohl es am Vorabend auf CNN schon mal 25 km waren. Vielleicht sind die Jungs und Mädels in der Nacht aus Angst mal kurz 10 km rückwärts gerannt, oder vielleicht wurden auch tschechische Kilometerangaben verwendet (bekanntlich ist der Umrechnungskurs km in tschechischer km irgendwas mit der Kreiszahl und dem Tageskurs Krone-Euro multipliziert), man weiß es nicht und man möchte es gar nicht wissen.
Themawechsel sonst wird mir schlecht.

Für die, die es nocht nicht wissen: der sächsische Ministerpräsident (seine Kumpels nennen ihn neckisch MP, glaub ich), Milbradt mit Namen, hat sich einen VW Pheoton geleistet. Gefertigt selbstredend in Dresden. Eingeweihte vermuten, dass er sich dieses Wägelchen wirklich vom Munde abgespart hat, unser Landespapi. Quasi die Wirtschaft ankurbeln wollend, denn wenn jedes Landtagsmitglied ein Auto aus der Landeshauptstadt hätte würden da Arbeitsplätze langfristig gesichert, ganz zu schweigen von Folgeaufträgen, wie TÜV, AU, evtl. Reparaturen, hat sich der sächsiche Landtag auch mal eben die Bezüge erhöht, denn von nichts kann man schließlich kein Auto kaufen und unserer Partnerstadt der Herzen, Wolfsburg, brächte die Sache auch noch ein paar Cent in die Steuerkasse.
Mir wird schlecht.

Die zahnbespangte 13jährige Montessorischülerin neben dem geläuterten Weltkriegsveteran, der Bauarbeiter neben dem Bankkaufmann (er kam allerdings etwas später, fand keine Parklücke für seinen Volvo) oder die wütende Rentnerin von nebenan neben dem Punk mit der Bierbüchse (richtig, trotz Dosenpfand, das ist Revolution).
Was ist hier passiert? Richtig: Die Friedensbewegung ist wieder am Start, das fällt mir gerade zu obigem Thema ein. War sie je weg? Man weiß das nicht so genau. Auf jeden Fall wird jetzt wieder demonstriert, der Bürger bekennt Farbe, ein größerer Teil kann dabei aus zuverlässigen, ebenfalls ein paar Zeilen weiter oben genannten Quellen schöpfen. Ja, der Deutsche weiß genau, wann er gegen was zu protestieren hat und teilt, sei es auf dem Arbeitsplatz, unter Freunden oder notfalls vor laufenden Kameras sein fundiertes Wissen mit anderen. Genau hier stößt man auf eine Gemeinsamkeit mit unseren amerikanischen Mitmenschen. Nein wir haben ja nichts mit denen gemeinsam, oder doch? Zumindest haben wir eine politische Führungsriege, die sich wie immer uneins ist. Wärend der eine Teil allerhöchstens zur Entsendung von ein paar Studenten ist, die sich bei der humanitären Aufbauhilfe ein paar Euro dazu verdienen wollen, würde der andere am liebsten sofort ein paar Panzer, Hubis und Flugis los schicken. Da wir (ich meine mit WIR unsere Regierung, die WIR demokratisch gut finden) aber kein Miltär im Irak wollen, meint der Ami WIR sind böse. Wären allerdings diejenigen am Drücker, die WIR nicht gewählt haben, wären WIR auch die Guten, aber wiederum auch nicht, da die Allianz, wie sich auf Bin Ladens Adventure Tour gezeigt hat mit unserem vorsintflutlichen Gerät eh nichts nutzen. Also alles Mumpitz.
Mir ist schlecht.

Noch am Rande sei bemerkt, dass es sich just diese Woche ergab, dass Platz eins und zwei der MediaControlCharts von zwei talentierten jungen Musikanten belegt wurden, die sich in einer groß angelegten Fernsehshow (mit den übrigens noch talentierteren Moderatoren) profilieren konnten. Gleich dahinter befindet sich noch die aktuelle Single von einem Projekt, dessen Macher auch die zwei vor ihm plazierten Künstler, sowie besagte Fernsehtalenteshow betreut. Ist das nicht toll?
Ich geh kotzen.

Euer Octa

Januar 2oo3 - Unwetterzwangspfand

Wieder mal ist eine halbe Ewigkeit ins Land gegangen, seitdem an dießer Stelle das letzte mal was neues stand. Irgendwie war es mir zeitmäßig nicht so recht vergönnt, was man ja vielleicht schon am Biertest merken konnte. Auch dieser steht seit bald einem halben Jahr an der selben Stelle. Aber das nur nebenher, es gibt ja auch noch die BierNews. Ich hoffe Ihr seid alle gut ins neue Jahr gekommen oder wart zumindest um Mitternacht noch halbwegs bei Bewusstesein.

Diesmal gips auch keine politischen Worte an dieser Stelle, versprochen.
Was mich dennoch aufregt, ist zum Beispiel der Dosenpfand. So einen unausgegorenen Rotz hab ich lange nicht erlebt. Jeder macht was er will und keiner weiß, was es soll. Das wird wohl noch ein Weilchen dauern, bis sich eine Norm entwickelt hat. Vielleicht sollte man gänzlich auf Weißblechgebinde verzichten, das wäre dann auch wirklich öko.

Ein anderes Thema: Sobald mehr als 3 Stunden am Stück Wasser vom Himmel kommt, kommt man nicht an den obligatorischen Hochwasserankündigungen und Unwetterwarnungen vorbei. "Der Deutsche Wetterdienst...warnt..bla..bla...", ich kann das echt nicht mehr hören. Als die Flut tatsächlich vor bzw. in den Türen stand, waren diese nichtnutzigen Wetterfrösche trotz modernster Technick nicht in der Lage irgendwas rechtzeitig zu erkennen, geschweige denn in Zusammenarbeit mit den zuständigen Stellen Probleme wie z.B. Talsperrenentwässerung zu koordinieren und jetzt nerven sie in einer Art, das es einem jämmerlich vorkommt. Falls dann doch mal ein Bächlein über das Ufer springt, ist man natürlich fein raus, man hat ja immer gewarnt.
Der Tormann könnte so bei jedem Schuß anmerken, dass es im Rahmen des möglichen wäre, dass er ihn nicht hält.
Oder die Mineralölkonzerne (die eigentlichen Hupen des Monats) warnen den Bürger vor möglichen Preissenkungen (was red ich da...).
Egal, etwas abstrakte Beispiele, die nicht wirklich funktionieren, nur die Damen und Herren Meteorologen juckt das nicht.

Mehr liegt im Moment nicht an, ich nehme mir ja jedes mal vor etwas mehr zu schreiben, aber wie das so ist, die Zeit läuft.

Vergesst bitte Eure Zwangspafandwertmarken nicht!

Octapolis

September 2oo2 - Zahnlose Monitore
In letzter Zeit kam es vor, dass sich Personen über den Inhalt dieser Internetseite geäußert haben und auch über Sachen, die wir sonst so tun. Für Kritik und gut gemeinte Ratschläge sind wir natürlich zu jedem Zeitpunkt zu haben. Mich stört nur wenn es von Leuten kommt, die selber nichts gebacken bekommen. Ich meine, nicht jeder soll eine Seite ins Netz stellen, nicht jeder Musik machen oder sonst was, ich kenne aber Typen, die ständig drüber reden Musik zu machen oder ne Seite ins Netz zu stellen und die es eben nicht gebacken bekommen und genau die meine ich. Wenn sich jetzt also jemand erkannt hat... Danke, keine Kritik mehr, besser machen! Das ist genau der Punkt, denn wenn mehr Leute versuchen würden Sachen die ihnen nicht gefallen selber besser zu tun (natürlich jeder in seinem Rahmen) wäre manches in der Summe besser. Aber irgendwie scheint sich in breiten Zügen die allgemeine Faulheit breit gemacht zu haben. Keiner tut was. Mir fallen auf den Dresdener Raum gerade mal 2 Hände voll wirklich innovativ bzw. mit Liebe gestalteten Internetseiten ein und was das musikalische angeht sind das auch nicht viele (wobei ich nicht jede Hupe, die sich mal irgendwo nen MusicMaker gekauft hat dazuzähle).
Auf jeden Fall und das war eientlich mein Grundgedanke, haben wir in mehreren Bereichen dieser Site für eine Art Interaktionsfähigkeit gesorgt, was nur minimal angenommen wird. Das finde ich echt ärgerlich, weil die Sache für die Besucher und auch für uns viel interessanter wäre. Ich habe es nicht erst einmal erlebt, dass mich einer auf irgend welche Worte hier anspricht und es aber nicht geschafft hat sich vor Ort und Stelle dazu zu äußern. Hallo Leute, ein Monitor hat keine Zähne, der beißt nicht!
In diesem Sinne, vielleicht wird´s ja besser...
Octapolis

Juli 2oo2 - Mahlzeit!
Nun ist es mir endlich gelungen, die ersten Worte für diese Rubrik seit der Mutation dieser Site zur ÜberSite in die Tastatur zu klöppeln. Das schlimme daran, ich weiß gar nicht was ich sagen soll. Ich würde mich ja gerne über etwas aufregen, aber im Moment ist alles dermaßen toll, warum also Trübsal blasen oder womöglich auch noch kritisch werden? Machen wir uns doch nichts vor, dieses Jahr geht ab wie Pilzfuß. Rudi´s Mannen sind Weltmeister, wir haben die mit Abstand leckersten Bioprodukte Europas, beim Eurovision Song Contest hat unser Nachtsichtgerät dank ihres gutaussehenden Komponisten nur knapp hinter der Mongolei (oder so) den zweiten Platz belegt und überhaupt ist alles supi. Weil wir gerade dabei sind, möchte ich gerne an dieser Stelle mitteilen, dass eine unabhängige Jury bestehend aus ausgesuchten CH666-Mitgliedern heraus gefunden hat, dass VIVA und MTV immer besser werden und das nicht nur durch immer bessere Moderatoren, nein, auch die Anzahl der gesendeten Coverversionen wurde drastisch gesenkt und die Videos werden immer seltener wiederholt. Positiv wäre außerkulturell quasi noch zu vermelden, dass mein Arbeitslohn schon das dritte mal seit Jahresbeginn erhöht wurde und ich deshalb in Zukunft die Hälfte an die Hirschkuhschwangerschaftsüberwachungsbrigade spenden werde. Ach ja, Ingo Dubinski und Achim Mentzel senden auch noch heiteres über den MDR, das freut uns alle sehr. Hollywood schüttet uns nicht mehr mit Comicverfilmungen zu und verwendet keine Ichbinfinsterweilichsotuealsobichdrogennehme Metalbands aus der Sonne Amerikas mehr für irgendwelche Soundtracks.
Habe ich noch was vergessen? Ich hoffe ja...
Es verabschiedet sich ein höchst zufriedener Octapolis!

Januar 2oo1 - Ich lebe!
Erstmal allen ein schönes neues Jahr und danke fürs vorbeischauen.
Man glaubt es kaum, aber wieder einmal haben wir einen Jahreswechsel überlebt, von dem schlaue Leute wissen wollten, das nun DAS wahre dritte Millenium beginnt. Entsprechen schwarz waren wieder die Prognosen, aber davon läßt sich der Bürger natürlich nicht aus der Ruhe bringen. Ich hätte zwar wie auch zum letzten Jahreswechsel gerne gesehen, das sich ein paar geistig minderbemittelte Sekten gegenseitig erstechen, vergiften oder sich mit Napalm bewerfen, aber wieder mal ist alles ruhig geblieben. Vielleicht auch besser so, denn das zweigt eindeutig, was wir doch für ein nettes Völkchen sind. Da wird Silvester nicht gestritten, sondern quasi für den Weltfrieden gesoffen und gegen den Welthunger Feuerwerkskörper für nen Haufen Kohle in den 2oo1-Himmel gejagt. Aber wie gesagt, man kann ja nicht jedem alles rechtmachen.
Sonst gibt es eigentlich nicht viel neues und aus diesem Grund höre ich jetzt auf, verspreche beim nächsten Mal wieder mehr zu tippen und zünde Bier trinkend ein Tischfeuerwerk.

Prosit!
Euer Octapolis


August 2ooo - Freunde, Fußballfans und andere !
Nun ist es geschafft... Die Nationalelf ist raus, besäuft sich, Erich tritt zurück, keiner will´s machen und überhaupt. Wenigstens geht´s den Engländern nicht besser, aber die saufen nicht, oder etwa doch ? Aber was soll das Gelaber von den großen Verlierern und den überbezahlten Großkotzen eigentlich ? Der eigentliche Verlierer und überbezahlte Dumbatz ist in meinen Augen kein geringerer als Johannes B.(für blond?)K. aber das ist jetzt eigentlich auch egal.

Was war sonst noch ?? Ach ja, Ernst August pullert an den türkischen EXPO- Pavillon, woraufhin die Türken aus dem Viertelfinale fliegen. Höhere Mächte oder Zufall ? A propos höhere Mächte... Holland, Holland, Holland, ein 5-faches Hoch auf Eure Elferhelden !

Tja, ansonsten gibt´s nicht viel neues im Osten und deshalb will ich hier auch nicht groß weiter sülzen...

Bis demnäxt, auf der finstersten Site Eures werten Vertrauens,

Onkel Octa

März 2ooo - Feunde, Kameraden, Kupferstecher !
So, nun isses wieder an mir hier was hinzuschreiben, damit der geneigte Leser auch was hat, was er lesen kann. Logisch eigentlich, also los...

Was geht ab ? Nun ja, das Millenium ist reibungslos über die Bühne gegangen und sogar mein C64 hat wider aller Befürchtungen keinen Y2K-Bug erleiden müssen. Überhaupt ging das neue Jahr doch eigentlich ganz gut los. Die schwärzeste aller DailyTalkShows, "Ricky", soll aus dem Programm genommen werden, AC/DC veröffentlichen pünktlich zu Angus´ 83. Geburtstag ihr 43. Album, Touristen stornieren den Skiurlaub in Kärnten ( musste so formuliert werden, da wir ja keine politische Site betreiben ) und Ribbeck´s Club der Schönen und Reichen macht sich bei unseren Gentomaten fressenden Nachbarn mächtig zum Löffel.

Und, tja, seit Wochen im Gerede und nun endlich im teutonischen TV : Big Brother. Der Einzug allein war ja schon eine Messe für sich. Da werden eine Hand voll Studentinnen mit einer Hand voll Oberproleten in einen Container gesperrt. Hut ab. Wie das wohl endet - ich mag darüber lieber nicht nachdenken, aber irgendwie isses schon toll. Wird´s Schlägereien geben, wer wird kochen und putzen, werden die Tomaten im Garten vor den Containern spriessen, werden die Freunde des gepflegten Elf- Uhr-Tees selbigen pünktlich verzehren und überhaupt und so ?? Also schalten wir die näxten 100 tage jeden Abend die Glotze ein und lassen uns überraschen. Falls es mal nicht so toll ist, kann man aber beispielsweise auch zu Hause selber Big Brother spielen. Vati filmt Mutti beim Gläser polieren, Tochter filmt Bruder beim Fußball gucken, Mutti filmt Tochter beim kochen, Sohn filmt Vati beim Kacken und so weiter. Nur so als Anregung...

Ergo : das neue Millenium ist eine supi Sache, die man richtig auskosten sollte, so schön wirds nie wieder.

In diesem Sinne, schaut mal wieder rein...

Onkel Octapolis
( der finsterste unter den Onkeln )

Dezember 1999 - Freunde der Sonne !
Nun ist es hier an mir in, wie ich hoffe in regelmäßigen Abständen, eine kleine Kolumne zu verfassen. Fängt auch toll an. Die Überschrift war schon mal von Stefan Effenberg geklaut, der wie sein Namensvetter Raab feststellte dem lieben Dieter Bohlen immer ähnlicher wird. Das auch nicht bloss im optischen, nein auch im verbalen Sinne. Aber sollte es ihn jucken ? Ich denke nein, den "Uns Dieter" ist ein feiner Mann, der macht keine Gefangenen. Der schenkt seinem Kumpel soger ein PremiereWorldPaket und will das dieser sich nen Ast freut. Wird der auch, denn dieses Weihnachtsfest wird das besinnlichste, schönste und vor allem das beste überhaupt seit Jesus sich zum ersten mal in die Hose schiss, denn, liebes Volk, es ist das letzte dieses Millenniums ! Böse zungen munkeln sogar vom letzten...

Was liegt an, was steht ab ? Nun ja das Millennium neigt sich dem Ende zu, wie wir alle wissen. Aber nein ! Da gibt´s ja noch die Sorte Mensch, die wissen, dass der wahre Jahrtausendwechsel erst am ersten ersten 2001 vollzogen ist. Hut ab vor denen ! Eben diese Sorte Leute spricht auch gerne dieses Thema an um dann etwa auf der Straße, bei Familienfestivitäten, in der MediaMarktSchlange ( Kurzvordemmillenniumsendesonderangebotsschnäppchen- jäger ist übrigens DAS Wort welches echt in ist ! ) oder auch im Kino während die Titanic samt Leo gerade zornigst den Fisch macht die anderen Unwissenden an ihrer Kenntnis teilhaben zu lassen. Das ist schon toll, wenn man die Fähigkeit hat die Leute zum staunen zu bringen.

A propos staunen. Neulich früh... sehr früh... ich im Silberpfeil an der roten Ampel. Da trommelt was an die Scheibe meiner Fahrertür. Ein Blick nach links und ich erkenne einen Polizisten. Scheibe runter und bitte 100 Meter weiter rechts ran. Sperrlinie überrollt. So was tut man nicht und wenn, dann kostet das 20 Flocken. Aber ja kein Problem, gerne doch. Ergo : auch die sächsische Polizei will ein Stück vom Millenniumskuchen abhaben. Langsam wird mir Silvester echt unheimlich. Und nach was bitte schmeckt ein Millenniumkuchen überhaupt. Was bringt das neue Millennium ? 1. Werden wir auf dieser Site den sechshundertsechsundsechsigsten Besucher begrüßen dürfen, 2. wird das Bier besteuert und 3. wird die germanische Rundlederflotte die EM berleben ? 1.:ja, weil wir toll sind 2.:nein, denn erst nüchtern würden die Grünen freiwillig abdanken und 3.:schaun mer mal...

In diesem Sinne, alles wird gut... Millen...öh.. Octapolis

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